Tipps für eisfreie Gehwege Bei Schnee und Glätte: Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz

Von Jan-Malte Wortmann | 08.12.2021, 14:09 Uhr

Der Wintereinbruch bedeutet für viele Menschen: Gehwege müssen geräumt und eisfrei gemacht werden. Die meisten greifen dafür zum klassischen Streusalz – zum Leiden von Natur und Tierwelt. Wir zeigen Alternativen.

Im Winter sind Haus- und Grundstückseigentümer und auch viele Mieter dazu verpflichtet, Gehwege und Zufahrten frei von Schnee und Eis zu halten. Sehr häufig kommt dabei Salz zum Einsatz. Wie der "BUND Naturschutz in Bayern" erklärt, landen jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Streusalz auf deutschen Straßen und Wegen. Ein Drittel ginge dabei auf das Konto von privaten Haushalten. Die ökologischen Folgen sind gravierend.

Was viele nicht wissen: In den meisten Städten und Kommunen ist der Einsatz von Salz dem öffentlichen Winterdienst vorbehalten, für Privatpersonen ist die Verwendung von Streusalz verboten. Viele greifen trotzdem danach, schließlich macht es Gehwege schnell und bequem eisfrei. Das Umweltbundesam t rät von seiner Verwendung allerdings ab. Wir erklären, warum das Salz so schädlich ist und welche Alternativen es gibt.

Streusalz schadet Pflanzen, Böden und Grundwasser

Das Problem ist, dass das Streusalz nicht einfach auf der Straße liegen bleibt. Es wird durch den Verkehr und andere Einflüsse überall verteilt. Laut dem Umweltbundesamt schädigt Streusalz auf direktem Wege die am Straßenrand wachsenden Bäume und Pflanzen. Manche könnte bei direktem Kontakt sogar Verätzungen erleiden.

Darüber hinaus versickert das Salz mit dem Schmelzwasser im Boden und kann sich dort über viele Jahre anreichern. Die Folge: Die Böden werden dauerhaft geschädigt, das Grundwasser leidet und das Salz gelangt in Bäche und Flüsse. Ein hoher Salzgehalt im Boden führe beispielsweise dazu, dass Pflanzen Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen können. Auf lange Sicht werden die Bäume und Pflanzen dadurch krank und sterben frühzeitig ab.

Salz ist gefährlich für Tiere

Auch Tiere leiden unter dem aggressiven Streumittel. Es kann bei ihnen zu Entzündungen der Pfoten führen. Nicht nur für Haustiere wie Hunde oder Katzen ist das gefährlich. Außerdem kann das Salz auch in den Magen gelangen, beispielsweise wenn Hunde nach dem Spaziergang ihre Pfoten ablecken. Das kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.

Doch nicht nur Pflanzen und Tiere werden durch Streusalz geschädigt. Auch an den Materialien von Autos, Häusern oder Brücken kann es zu Zersetzungen führen.

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Das sind umweltfreundliche Alternativen zum Streusalz

Das Umweltbundesamt hat eine Reihe von Tipps veröffentlicht , um Schnee und Eis umweltfreundlich zu entfernen. Im besten Fall sollte man dem Schnee rechtzeitig mit Schippe und Besen zu Leibe rücken. Denn je länger man mit dem Schneeschippen warte, desto eher sei er festgetreten und in der Folge schwer zu entfernen. Bei Schneefall reiche es daher meistens aus, den Schnee frühzeitig zu räumen. Der zusätzliche Einsatz von Streumitteln sei dann meist überflüssig.

Bei Eis und Glätte sollte unbedingt zu einem alternativen Streumittel gegriffen werden. Beim Einkaufen gebe eine Auszeichnung mit dem "Blauen Engel" , dem Umweltzeichen der Bundesregierung, Hinweise darauf, dass es sich um ein umweltfreundliches Produkt handelt. Folgende Alternativen gibt es:

1. Sand und Kalkstein

Sand und Kalkstein wirken abstumpfend. Das heißt, sie bringen das Eis zwar nicht zum Schmelzen, machen den Boden aber rutschfester. Spezieller Streusand oder Kalksteingranulat sind im Handel zu finden.

Für die Anwendung sollte zunächst der Schnee beiseite geräumt werden, anschließend kann das Material großzügig auf dem Boden verteilt werden. Nach der Schneeschmelze kann es zusammengekehrt und wiederverwendet werden.

2. Lavagranulat

Lavagranulat ist ein Naturprodukt und schadet weder der Tier- noch Pflanzenwelt. Es wirkt ebenfalls abstumpfend und verhindert ein Ausrutschen. Es ist frostbeständig und nimmt durch seine poröse Struktur das Schmelzwasser auf.

3. Kies oder Splitt

Auch Kies oder Splitt können verwendet werden, um den Halt auf rutschigen Wegen zu verbessern. Manches angebotene Streugut aus Splitt enthalte allerdings teils giftige Substanzen, darum empfiehlt das Umweltbundesamt, wie bei jedem Streumittel, unbedingt ein Produkt mit dem "Blauen Engel" zu kaufen.

Allgemein sollten auch alternative Streumittel nur sparsam verwendet werden, wie der "BUND Naturschutz in Bayern" erklärt. Denn Herstellung und Entsorgung kosten viel Energie. Besonders nachhaltig sei es daher, die ausgestreuten Materialien nach der Schneeschmelze zusammenzufegen und wiederzuverwenden.