Krebserkrankung vorbeugen Sport bei Krebs: Deshalb ist Bewegung unverzichtbar

Von Laurena Lynn Erdmann | 24.12.2021, 11:55 Uhr

Die Rolle von Sport wurde lange unterschätzt. Etliche Studien belegen allerdings, dass Sport sowohl bei einer akuten Krebserkrankung hilfreich ist als auch dem Krebs vorbeugen kann. Was Sie wissen sollten.

Sport fördert unsere Gesundheit und sollte unbedingt Bestandteil Ihres Alltags sein. Damit verringern Sie sogar Ihr Risiko, an Krebs zu verzichten. Doch auch Krebserkrankte sollten nicht auf Sport verzichten.

Krebs durch sportliche Aktivitäten vorbeugen

Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2018 etwa sechs Prozent der Krebsneuerkrankungen bei Betroffenen im Alter von 35 bis 84 Jahren auf zu wenig körperliche Aktivität zurückzuführen sind. Deutlich wird also: Regelmäßige Bewegung kann das Risiko für die häufigsten Krebsarten senken, wie der Krebsinformationsdienst berichtet. Nebensächlich dabei ist, ob Sie in Ihrem Job körperlich sehr aktiv sind oder in Ihrer Freizeit Sport treiben.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt wöchentlich mindestens 150 Minuten moderate Aktivitäten (Gartenarbeit, Fahrradfahren, schnelles Gehen) und zusätzliche 75 Minuten anstrengende Bewegungen (Joggen und Fußball). Nicht nur Krebs wird so vorgebeugt, sondern Sport fordert allgemein Ihre Gesundheit. Empfehlenswert ist außerdem, die körperliche Aktivität auf mehrere Tage aufzuteilen. Wenn Sie lange am Schreibtisch arbeiten, sollten Sie immer wieder zwischendurch aufstehen.

Natürlich ist Sport keine Garantie dafür, nicht an Krebs zu erkranken. Auch sportliche Menschen können Krebs bekommen, aber das Risiko wird gesenkt.

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Hilft Sport auch bei einer Krebserkrankung?

Ob für Sie Sport in Frage kommt, sollten Sie immer mit Ihrem Arzt besprechen. Noch wissen Wissenschaftler nicht genau, welche Trainingsart für welchen Krebspatienten am besten geeignet ist. Außerdem braucht es noch Studien, die untersuchen, wie viel Sport ratsam ist und bei welchem Therapiepunkt mit dem Sport beginnen werden sollte. Fest steht, dass unmittelbar nach einer Operation noch kein Sport getrieben werden sollte. In verhältnismäßig wenigen Fällen kann die Bewegung auch Schäden hinzufügen.

Immer mehr Studien weisen daraufhin, dass Sport einige Folgen von der Krankheit und der Behandlung abschwächen oder gar ganz vermeiden kann. Beispielsweise können neuropathischen Beschwerden, die manchmal Folgen einer Chemotherapie sind, gelindert werden. "Die Hinweise mehren sich, dass Krebspatienten, die Bewegungstherapie erhalten, im Durchschnitt weniger Arzttermine und weniger psychologische Betreuung benötigen", erklärte Freerk Baumann, Leiter der Arbeitsgruppe Onkologische Bewegungsmedizin an der Uni-Klinik Köln, in der "Zeit" .

Darüber hinaus kurbeln sportliche Aktivitäten das Herz-Kreislauf-System an, reguliert das Gewicht und wirkt sich positiv auf Ihre Knochen und Muskeln auf. So können Sie sich im besten Fall rascher nach einer Therapie erholen.

Gleichermaßen erhöht Bewegung auch die Lebensqualität. Die häufig auftretende Erschöpfungssymptomatik kann mithilfe von Sport gelindert werden. Suchen Sie sich also eine Sportart aus, die Ihnen auch wirklich Spaß macht, denn so steigt die Motivation. "Letztendlich steht und fällt es damit, ob die Patientin oder der Patient die Übungen auch tatsächlich macht", sagt Antonia Pahl von Sportonkologie am Uni-Klinikum Freiburg gegenüber der "Zeit" . "Und das geschieht häufiger, wenn sie oder er sich darauf freut."