Neuregelung doch nicht zum 1.Januar 2017 Verband: Antrag für Unterhaltsvorschuss trotzdem stellen

Von ISUV-Verband rät: Alleinerziehende sollten Antrag für Unterhaltsvorschuss schon jetzt stellen. Die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses bis 18 Jahre verzögert sich., Waltraud Messmann | 29.12.2016, 17:31 Uhr

Die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses bis 18 Jahre und der Wegfall der Begrenzung von Leistungen auf 72 Monate tritt wider Erwarten doch nicht am 1.Januar in Kraft. Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) rät Betroffenen trotzdem, schon jetzt einen Leistungsantrag zu stellen. So könnten sie gleich zum Zuge kommen, wenn das Gesetz in Kraft trete.

Nach Angaben von ISUV-Pressesprecher Josef Linsler sei es aber wichtig, dass die Betroffenen sich in dem Leistungsantrag auf die Neuregelung beriefen. „So kommen sie gleich zum Zuge, wenn das Gesetz in Kraft tritt, die Anträge sich häufen und die Leistungen rückwirkend ab 1.1.2017 ausgezahlt werden“, betonte er gegenüber unserer Redaktion. Außerdem könne ein solches Vorgehen Fallsignalwirkung haben.

Kraftanstrengung

Die Sprecherin des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter Sigrid Andersen sagte im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir können es nicht fassen, dass die Kommunen Bundesfamilienministerin Schwesig so ausbremsen. Wir erwarten, dass Bund, Länder und Kommunen nun in einer gemeinsamen Kraftanstrengung über ihren Schatten springen und erkennen, dass jedes Kind, das durch die Reform bessere Perspektiven erhält, den Hartz IV-Bezug zu vermeiden, für die gesamte Gesellschaft einen Gewinn bedeutet.“

Das ist bitter

Für viele Alleinerziehende, die sich große Hoffnungen gemacht hätten, sei es sehr bitter, dass der angekündigte Ausbau des Unterhaltsvorschusses nicht zum Anfang des Jahres umgesetzt worden sei. „Sie werden weiter mit ihren finanziellen Sorgen wegen ausbleibenden Kindesunterhalts im Stich gelassen, bis die Reform hoffentlich doch bald umgesetzt wird“, kritisierte Andersen.

„Die Neuregelung muss kommen, denn alle Parteien haben sich über Jahre hin dafür ausgesprochen, ein Zurück gibt es nicht mehr“, fordert auch der ISUV-Vorsitzende Rechtsanwalt Ralph Gurk. Das könne bereits zum 1.April 2017, spätestens aber zum 1.Juli 2017 der Fall sein.

Wirtschaftliche Stabilität

Trennt sich das Elternpaar und zahlt der verpflichtete Ex-Partner keinen Unterhalt für die gemeinsamen Kinder (mehr), springt nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UhVorschG) Vater Staat ein. Er sichert so die wirtschaftliche Stabilität der Alleinerziehenden, die für die Betreuung und Erziehung der Kinder sorgen und anderenfalls für den ausfallenden Barunterhalt aufkommen müssten. Der Vorschuss wird zurzeit sechs Jahre lang gezahlt, höchstens jedoch bis zum 12. Geburtstag des Kindes

Neuregelung.

Dieser Zahlungs-Zeitraum hatte sich angesichts der häufigen und anhaltenden Unterhaltszahlungsverweigerung von Elternteilen und anderen Unterhaltspflichtigen als nicht ausreichend erwiesen. Deshalb soll er auf den Zeitraum bis zum 18.Lebensjahr ausgeweitet werden.


  • Laut Bundesfamilienministerium wird der monatliche Unterhaltsvorschuss nach Abzug des zu zahlenden Kindergelds
  • bei Kindern bis fünf Jahre bei 150 Euro liegen,
  • bei Kindern bis elf Jahre bei 201 Euro liegen,
  • und bei Kindern bis 18 Jahre bei 268 Euro liegen.