Grippesaison 2015/2016 RKI: Grippeimpfung ab Oktober empfohlen – Gefahr für Flüchtlinge?

Von Waltraud Messmann | 27.08.2015, 08:14 Uhr

Der neue Grippeimpfstoff für die Grippesaison 2015/2016 wurde ausgeliefert. „Wir empfehlen die Grippeimpfung im Oktober oder November“, betont Experte Cornelius Remschmidt, Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts, im Gespräch mit unserer Redaktion. Virologen weisen darauf hin, dass Flüchtlinge und Helfer in Notunterkünften besonders gefährdet seien.

 Die Influenza-Saison beginne meist um die Jahreswende und das Immunsystem brauchte etwa vierzehn Tage, um den Impfschutz aufzubauen, erläutert der Experte: „Wir wissen aber auch, dass, wenn man sich zu früh impft und sehr viel Zeit bis zur wirklichen Influenzainfektion vergeht, die Schutzwirkung der Impfung etwas nachgelassen haben kann.“

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Andere Experten weisen darauf hin, dass Flüchtlinge und die Helfer in Notunterkünften besonders gefährdet seien, sich mit Grippe zu infizieren. Da die Flüchtlinge zunächst auf engstem Raum in Erstaufnahmeeinrichtungen leben, sei die Gefahr einer Ansteckung bei ihnen besonders hoch. Zudem seien die Flüchtlinge meist nach langer Flucht schwach und krank. „Das sind optimale Voraussetzungen für das Influenza-Virus, sich schnell auszubreiten“, warnt Professor Hans-Dieter Klenk, Experte der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Virologie (GfV) von der Universität Marburg.Auch Klenk betont aber, dass die Impfung nicht zu früh erfolgen dürfe. Sinnvoll sei die Zeit zwischen Ende Oktober und Anfang November.

Weitere Impfempfehlungen

Die ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung:

  •  
  • für alle Personen ab 60 Jahre,
  • für alle Schwangeren, die während der Influenzasaison schwanger sind.
  • für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten und andere.
  • für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen.

Empfohlen wird sie außerdem

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  • für Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal)
  • und für Personen, die eine mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen sein könnten.

Auch Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln sollten sich gegen Grippe impfen lassen, empfiehlt das RKI. Zwar schütze die Impfung nicht vor der Vogelgrippe, aber es könnten durch die Impfung problematische Doppelinfektionen vermieden werden, heißt es auf der Webseite des Instituts.

Dort wird auch darauf hingewiesen, dass die Influenzaimpfung keinen 100-prozentigen Schutz biete. Es könne also auch bei Geimpften zu einer Erkrankung an Influenza kommen. Dieses Risiko könne aber durch die Impfung erheblich verringert werden. Außerdem verlaufe bei Geimpften eine Erkrankung in der Regel auch milder, ohne Komplikationen.

Wer an einer fieberhaften Erkrankung oder schwereren akuten Infektion leide, sollte sich zu diesem Zeitpunkt besser nicht impfen lassen, warnen die Experten. In solchen Fällen sollte die Impfung aber so schnell wie möglich nachgeholt werden.

Allergiker

Personen, bei denen eine schwere Allergie gegen Hühnereiweiß oder eine Allergie gegen einen anderen Bestandteil des Impfstoffs vorliege, sollten mit den üblichen Influenza -Impfstoffen nicht geimpft werden, weil diese Spuren von Hühnereiweiß enthielten, heißt es weiter. Für diese Saison gibt es nach Angaben des Robert-Koch –Instituts auch einen hünereiweißfreien Impfstoff, der in Zellkulturen hergestellt wird und für Allergiker geeignet ist.

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