Hausmittel statt Säureblocker Sechs natürliche Mittel gegen Sodbrennen

Von Jan-Malte Wortmann | 09.12.2021, 11:20 Uhr

Fettiges Essen, Alkohol, Stress - Sodbrennen kann viele Auslöser haben. Hier erhalten Sie Tipps, wie Sie dem schmerzhaften Brennen vorbeugen können und welche sechs Hausmittel dagegen helfen.

Sodbrennen entsteht, wenn saurer Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt und dort die empfindlichen Schleimhäute angreift. Dafür gibt es verschiedene Auslöser. Häufig ist eine übermäßige Säureproduktion im Magen der Grund, aber auch ein Reizmagen, eine Entzündung der Speiseröhre oder der Magenschleimhaut oder ein Magengeschwür können Sodbrennen auslösen.

Wie die "Apotheken-Umschau" erklärt, ist Sodbrennen das Leitsymptom von gastroösophagealer Refluxkrankheit, auch Rückflusskrankheit genannt. Der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre kann sehr schmerzhaft sein, oft kommt auch das Aufstoßen von von saurem Magensaft hinzu. Doch auch Aufstoßen ohne die Säure sei möglich.

Zu viel oder zu fettiges Essen bedingt Sodbrennen

Bestimmte Nahrungs- oder Genussmittel kurbeln die Säureproduktion im Magen an oder schwäche die Muskeln im Bereich der Speiseröhre. In der Folge kommt es zu Sodbrennen.

Wer gerne sehr viel oder sehr fettiges Essen isst, wird häufiger mit Sodbrennen zu tun haben. Denn die Fette werden langsamer verdaut, der Magen entleert sich verzögert und so kann es schneller zu einem Rückfluss in die Speiseröhre kommen. Andere Lebensmittel wie Süßigkeiten, Schokolade, Kaffee oder Alkohol regen darüber hinaus die Säurebildung im Magen an. Nikotin lässt den Speiseröhrenschließmuskel erschlaffen, so kann ebenfalls vermehrt Magensäure in die Speiseröhre gelangen.

Die "Apotheken-Umschau" empfiehlt daher Menschen, die häufiger an Sodbrennen leiden, bestimmte Lebensmittel zu vermeiden. Dazu gehören in viel Fett gebackene Speisen, geräucherte Wurst oder Fleisch, Süßigkeiten und Schokolade. Bei Getränken sollte auf Säfte aus Zitrusfrüchten, Kaffee, Kakao, Cola und Alkohol verzichtet werden.

Auch Stress kann ein Auslöser sein

Sodbrennen kann aber nicht nur durch bestimmte Lebensmittel verursacht werden. Auch zu hastiges Hinunterschlingen der Nahrung erschwert die Verdauung im Magen. Oder zu enge Kleidung, die Druck auf den Magen ausübt und den säurehaltigen Inhalt so nach oben drückt.

Seelische Anspannung, vor allem Stress, kann ebenfalls die Säurebildung im Magen anregen. Und auch Übergewicht begünstigt den Rückfluss des Mageninhalts.

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Diese Hausmittel helfen gegen Sodbrennen

Um Sodbrennen zu vermeiden, sollten Sie also unbedingt auf die richtige Ernährung achten, sich ausreichend bewegen und versuchen, Stress zu vermeiden. Aber was tun, wenn das Sodbrennen akut eintritt? In dem Fall müssen Sie nicht sofort zu Säureblockern aus der Apotheke greifen. Auch einige Hausmittel helfen auf natürliche Weise, das schmerzhafte Brennen zu beenden.

Wenn das Sodbrennen allerdings chronisch und sehr stark auftritt, sollte besser ein Arzt aufgesucht werden. Denn auch bestimmte Krankheiten wie beispielsweise eine Speiseröhrenentzündung, Magengeschwüre oder ein sogenannter Zwerchfellbruch können der Auslöser sein.

1. Vollkornprodukte oder Kartoffeln

Stärkehaltige Lebensmittel können die überschüssige Säure im Magen binden und die Beschwerden lindern. Geeignet sind zum Beispiel Nudeln, Reis oder Brot in der Vollkornvariante. Auch Kartoffeln, beispielsweise in Form von Kartoffelpresssaft, binden die Magensäure. Vollkornprodukte sind darüber hinaus sehr sättigend und können Sodbrennen auch vorbeugen.

Aber Vorsicht: Das Brot sollte keinen Sauerteig enthalten, denn dieser kann die Säureproduktion anregen und die Beschwerden noch verstärken.

2. Mandeln

Auch Mandeln können Magensäure binden. Apotheker empfehlen, bei akutem Sodbrennen drei bis fünf ungesalzene und ungesüßte Mandeln zu essen. Betroffene sollten diese gründlich kauen und die breiige Massen dann langsam herunterschlucken. Wer allergisch auf Mandeln reagiert, kann auch zu ungesalzenen Kürbis- oder Sonnenblumenkernen greifen.

3. Wasser oder Tee trinken

Ein Glas lauwarmes, stilles Wasser zu trinken kann die Beschwerden lindern. Denn so wird die übermäßige Magensäure verdünnt und die Speiseröhre wird durchgespült.

Noch besser eignet sich Fenchel- oder Kamillentee. Tee kann besonders dann helfen, wenn die brennenden Schmerzen auch in der Speiseröhre und Mund-Rachen-Raum auftreten. Fenchel oder Kamille wirken beruhigend auf die gereizten Schleimhäute. Kamillentee hat darüber hinaus entzündungshemmende und krampflösende Eigenschaften. Weniger geeignet sind hingegen Früchte- oder Pfefferminztee, die die Magensäureproduktion eher anregen.

4. Rollkur mit Kamillentee

Auch eine sogenannte Rollkur mit Kamillentee kann helfen. Dafür werden auf nüchternen Magen ein paar Schlucke Tee getrunken. Anschließend legt man sich für fünf Minuten auf den Rücken. Danach trinkt man wieder ein paar Schlucke und legt sich für fünf Minuten auf die Seite. Das ganze wiederholt man mit der anderen Seite und auf dem Bauch. Auf diese Weise kann die gesamte Magenschleimhaut mit den beruhigenden Stoffen der Kamille in Berührung kommen. Eine Rollkur kann auch bei starkem Sodbrennen helfen.

5. Kaugummi kauen

Kaugummi zu kauen regt die Speichelproduktion an. Speichel ist leicht basisch und kann kleine Mengen an Magensäure in der Speiseröhre neutralisieren. Außerdem wird die Säure durch das häufigere Schlucken zurück in den Magen befördert. Bei sehr starken Beschwerden hilft Kaugummi allerdings nicht.

6. Natron

Natron, auch Backnatron oder genauer Natriumhydrogencarbonat genannt, ist ein klassisches und vielseitig einsetzbares Hausmittel. Auch bei Sodbrennen kann es angewendet werden, denn schon eine geringe Menge Natron kann die Magensäure neutralisieren. Der Ratgeber "Sodbrennen.de" empfiehlt, einen Teelöffel Backnatron in einem großen Glas mit stillem Wasser aufzulösen und langsam in kleinen Schlucken zu trinken.

Aber bei der Verwendung von Natron sollten Sie behutsam vorgehen. Es sollte nicht zu häufig angewendet werden, da der Körper überschüssiges Natron verwertet und nicht einfach wieder ausscheidet. Bei einer Überdosierung kann es zu Magenschmerzen, Blähungen oder Durchfall kommen. Bei Bluthochdruck oder Herzproblemen sollte auf Natron verzichtet werden.