Beziehungsstatus prägt Vorlieben Studie: Nur bei Singles ziehen sich Gegensätze an

Von Waltraud Messmann | 18.07.2016, 14:43 Uhr

Gegensätze ziehen sich an, lautet ein Sprichwort. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass das nur mit Einschränkungen gilt: Ob und warum wir andere Menschen attraktiv finden oder nicht, hängt davon ab, ob wir Single oder in einer festen Beziehung sind.

Nach einer Untersuchung von Wissenschaftlern der tschechischen Karls-Universität bevorzugen Menschen, die vergeben sind, einen Partner, der ihnen in vielen Aspekten ähnelt. Singles dagegen suchen nach jemandem, der sich von ihnen möglichst unterscheidet. Die Ergebnisse ihrer Studie haben die Mediziner in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ veröffentlicht.

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Feste Bindung

Gleich und gleich gesellt sich gern, lautet nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler das Motto in festen Beziehungen: Sie mögen es, wenn Wünsche, Gedanken und Haltungen weitgehend übereinstimmen. Sie bevorzugen bei ihrem Gegenüber außerdem Gesichtszüge, die ihren eigenen möglichst ähneln.

Singles denken da ganz anders: Sie empfinden eher Gesichter als schön oder sexy, die ihnen nicht ähnlich sehen. Auch bevorzugen sie Partner mit Eigenschaften, die sich von den ihren möglichst unterscheiden.

Beziehungsstatus

Wie die Hauptautorin der Studie Jitka Lindova erläutert, sei bereits in frühere Studien der Nachweis erbracht worden, dass wir Gesichter von fremden Personen attraktiv finden, wenn diese unserem eigenen Gesicht ähneln. Die aktuelle Studie zeige nun, dass dies davon abhängig ist, in welchem Beziehungsstatus wir uns gerade befinden.

Die Wissenschaftler erklären sich diese unterschiedliche Einschätzung mit dem unbewussten Wunsch von Paaren, ihre Beziehung gegen Versuchungen zu schützen. Paare scheinen einfach weniger Aufmerksamkeit für die Attraktivität von anderen Menschen zu haben, meinen die Mediziner.

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Genetisch besser

Singles dagegen könnten Partner bevorzugen die ihnen nicht ähnlich sind, weil sie bei einem neuen Partner besonders genetisch geeigneten Erzeugern für Nachkommen suchen. Partner die uns nicht ähnelten, seien für die Fortpflanzung genetisch meist besser geeignet, so die Wissenschaftler.

Dafür spreche auch, dass Menschen, die mit ihrer Beziehung unzufrieden seien, wieder Personen attraktiver finden, die ihnen nicht ähneln.