Abergläubische Erklärungen Mythen um die Sonnenfinsternis 2015

Von dpa | 18.03.2015, 14:43 Uhr

Am 20. März 2015 ist die Sonnenfinsternis. An diesem Tag werden die Menschen ein Naturspektakel erleben, dass es nur selten zu sehen gibt. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist das Phänomen längst erklärt – aber auch Mythen und Aberglaube spielen seit jeher eine Rolle.

Um die Sonnenfinsternis ranken sich von jeher Mythen und Aberglauben. Früher konnten sich die Menschen nicht erklären, warum die lebenspendende Sonne plötzlich verschwand, und bekamen Angst. Auch heute noch gibt es Menschen, die darin ein böses Omen sehen. Einige Überlieferungen:

Drachen: Einem Aberglauben in China und anderswo zufolge wird die Sonne bei einer Finsternis von einem Drachen oder einem anderen Ungeheuer verschlungen. Mit Geschrei und Getöse wurde das Untier vertrieben.

Rituelle Bäder: Die indische Mythologie besagt, dass bei einer Sonnenfinsternis der Dämon Rahu versuche, den Sonnengott Surya und damit das Leben auf der Erde in Gefahr zu bringen. Gläubige Hindus vermeiden es dann, nach draußen zu gehen und zu essen. Viele nehmen rituelle Bäder, um sich von etwaigen Folgen reinzuwaschen. (Weiterlesen: Wo gibt es in Osnabrück Brillen für die Sonnenfinsternis?)

Schlacht: Mitten in der Schlacht zwischen den westiranischen Medern und den kleinasiatischen Lydern 585 v. Chr. wurde plötzlich der Tag zur Nacht. Die Truppen beider Seiten, die sich schon seit sechs Jahren bekriegten, hielten inne und beschlossen, Frieden zu schließen. Das berichtet der griechische Geschichtsschreiber Herodot über die Sonnenfinsternis.

Prophezeiung: Der Pariser Modeschöpfer Paco Rabanne zog bei der Sonnenfinsternis 1999 Spott auf sich. Der Esoterik-Anhänger hatte den Absturz der russischen Raumstation Mir auf Paris unter der „Schwarzen Sonne“ vorhergesagt. Der Absturz kam erst 2001 - planmäßig und kontrolliert ins Meer. (Weiterlesen: Wichtige Links für Osnabrücker Sonnenfinsternis-Fans.)

Sekten: Manche Sekten erwarten bei einer Sonnenfinsternis den Weltuntergang. So hatten Anhänger einer dubiosen Glaubensgemeinschaft 1999 für den Tag des Himmelsereignisses eine Sintflut vorausgesagt und deshalb einen Bunker auf einem Hügel in der Nähe der spanischen Stadt Tarragona gebaut. Es passierte bekanntermaßen nichts.