In der Werkstatt der Schmetterlinge „Mensch, Puppe!“ macht Bremer Botanika zur Bühne

Von Martin Kowalewski | 07.05.2017, 20:50 Uhr

Die Schmetterlinge sind derzeit nicht im Schmetterlingshaus der Botanika. Die kommen Ende Juni wieder. Kinder ab vier Jahren und Erwachsene können bis dahin eine phantasievolle Inszenierung über deren Entstehung schauen.

Das Bremer Puppentheater „Mensch, Puppe!“ zeigt „Die Werkstatt der Schmetterlinge“, eine phantasievolle Umsetzung der Buchvorlage von Giaconda Belli und Wolf Erlbruch, gespielt in der beeindruckenden Atmosphäre des „Schmetterlingshauses“. Die Premiere am Sonnabend vor 100 großen und kleinen Zuschauern war ein voller Erfolg. Leo Mosler ist Meister der wunderbar gearbeiteten Puppen. Hinter einem großen Pult im Grünen erweckt er diese zum Leben, darunter Gestalter Rodolfo und seine Kollegin Fedora. Diese haben auch ein kleines Pult auf dem großen. Die zwei Welten stören sich nicht.

Rodolfo hat einen Traum

Gestalter Rodolfo hat einen Traum. Er will die Tiere schaffen, die fliegen können, und doch so lieblich sind wie Pflanzen. Doch das verstößt gegen die Ordnung der Gestalter aller Dinge: Pflanzen fürs Pflanzenreich, Tiere fürs Tierreich. Zusammen mit Fedora phantasiert Rodolfo über die vielen Möglichkeiten, die es gäbe, wenn die Regeln nicht so streng wären. Sogar ein Vogel, der Äpfel legt, könnte entstehen. Das bringt aber Ärger mit der Chefin, der weisen Alten, dargestellt durch eine riesige Puppe mit großem Hut und verziert mit Lianen. „Die Ordnung der Welt ist einfach wie genial“, mahnt diese. Rodolfo und Fedora werden in die Insektenwerkstatt zwangsversetzt.

Krise für Rodolfo

Eine Krise für Rodolfo. Warum nach neuem streben, statt mit dem Bestehenden zufrieden zu sein, fragt ihn der viel größere Hund auf einer Bootstour. Er hat in seiner einfachen Welt alles im Griff. Rodolfo macht weiter. Immerhin: Er schafft ein Insekt mit metallisch glänzenden Flügeln, die Libelle. Doch wieder hagelt es Entmutigung. „Schönheit ist verletzlich“, raunt der Wind und bläst Rodolfo fast um. „Was ist schon eine Blüte? Sie verwelkt“, mahnt der Fels.

„Ich will eine eigene Schmetterlingswerkstatt“

Rodolfo malt Flügel. Eine große Blume berät ihn. „Sie sollen anmutig sein. Du solltest nicht zeichnen. Du solltest tupfen“, mahnt sie. Rodolfo mal dazu einen kleinen Körper und kurze Beine. Ein großer, blauweißer Schmetterling erhebt sich anmutig. „In allen Formen und Farben sollen sie erscheinen“, schwelgt Rodolfo. „Ich will eine eigene Schmetterlingswerkstatt.“ Doch dafür müssen erst die weise Alte und die Gestalter-Meister vom Schmetterling überzeugt werden.

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