Folie oder dicke Erdschicht Stelling soll „Deckel“ erhalten

Von Christoph Franken | 28.09.2011, 15:02 Uhr

Die Altablagerung „Stellung“ in Dratum-Ausbergen soll von oben so abgedichtet werden, dass kein Regenwasser mehr bis zu den Schichten in der Tiefe des Hügels vordringen kann, in denen sich hochgiftige arsenhaltige Abfälle oder Rückstände befinden.

Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das jetzt der Landkreisverwaltung Osnabrück vorliegt. Demnach stellt eine Oberflächenabdichtung der Altablagerung unter wirtschaftlichen und technischen Aspekten die beste Lösung dar, um dauerhaft zu vermeiden, dass Arsen und andere Stoffe aus der früheren Mülldeponie in das Grundwasser gelangen.

Die Fachleute bieten im Rahmen der Ende des Jahres anstehenden Sanierungsplanung zwei Möglichkeiten der Abdichtung an: Entweder wird die Hügelkuppe mit einer Dichtungsfolie versehen, oder es wird eine dicke Erdschicht aufgebracht und bepflanzt. Bei der ersten Variante sprechen die Fachleute von einer technischen Abdichtung. Bei der zweiten Variante sorgt eine dicke Erdschicht dafür, dass Regenwasser darin gebunden wird und anschließend wiederverdunstet. Darüber hinaus sollen auch Pflanzen auf dieser Schicht Wasser aufnehmen.

Zwei andere mögliche Maßnahmen wurden von den Gutachtern verworfen: das Ausgraben des Sondermülls und die anschließende Verfüllung mit sauberer Erde sowie eine Art Einbetonierung der stark kontaminierten Bereiche.

Auch der Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht zwischen dem Meller Entsorgungsunternehmen (nicht Fa. Wesseler) und dem Landkreis darüber, wer die Untersuchung und Sanierung bezahlen soll, ist nach neun Monaten als „Eilverfahren“ immer noch nicht entschieden. Das bestätigte ein Sprecher des Landkreises. Die Kommune sieht in dem Unternehmen den Rechtsnachfolger der Firma, die 1971 die hochgiftigen Abfälle am Stelling eingelagert hatte.