Betrieb mit Holzhackschnitzeln Neue Energie für die Sporthalle Schleptrup

Von Björn Dieckmann | 12.12.2013, 18:51 Uhr

In der Sporthalle Schleptrup geben ab sofort nur noch die Athleten Gas: Beheizt und mit Warmwasser versorgt jedenfalls wird die Sporthalle jetzt von einer modernen Holzhackschnitzel-Anlage, die vor wenigen Tagen erst in Betrieb genommen worden ist.

Rund 200000 Euro hat sich die Stadt Bramsche die Installation der Heizungsanlage kosten lassen – eine recht hohe Investition, die sich aber schnell rentieren wird: Denn angesichts der Gaspreise war das Heizen der Halle auch bisher alles andere als günstig. Und das schlagendste Argument: „Die Hackschnitzel kommen zu 100 Prozent aus Beständen des städtischen Betriebshofes, wir brauchen nichts dazuzukaufen“, erklärt Leitender Baudirektor Hartmut Greife bei einem Treffen vor Ort, bei dem sich die Mitarbeiter der Bauverwaltung mit der neuen Anlage vertraut machen. Rund 25 Hektar Wald gehören der Kommune: Dies bietet genug Material, das nun auf ökonomisch und ökologisch sinnvolle Weise verwertet werden kann.

Sichtbares Kernstück der Anlage auf Schüttenheide sind ein Bunker und eine Art Garage: Im Bunker lagern bis zu 75 Kubikmeter Holzhackschnitzel. Diese werden über einen sogenannten „Schneckenförderer“ der Feuerungsanlage zugeführt. Ebenso wie bei der Verwendung anderer Brennstoffe erhitzt die Verbrennung der Hackschnitzel im Kessel das Wasser, das als Wärmeüberträger fungiert. Durch einen unterirdischen Schacht wird es in das Leitungssystem der Sporthalle transportiert, wo es die Luft wärmt und Warmwasser liefert.

Rund 530 Kubikmeter Hackschnitzel, so wird geschätzt, wird die Anlage jährlich verbrauchen. „Wir brauchen also nur fünf- bis sechsmal pro Jahr nachzufüllen“, sagt Alois Lager von der Bauverwaltung. Das Material lagert zunächst bei einem Landwirt in der Nachbarschaft, wo es den Trocknungsgrad beibehält, um den optimalen Brennwert zu haben. „Die Anlage ist CO2-neutral, die Verbrennungsrückstände sind minimal“, sagt Tobias Bußmann vom Ingenieurbüro Evers, die das Vorhaben zusammen mit dem Bramscher Heizungsfachbetrieb Melke umgesetzt hat: Neben dem Heizkessel steht ein Asche-Eimer – „und selbst den werden wir nicht besonders oft leeren müssen“, glaubt Bußmann.

Die Stadt Bramsche betritt mit dieser ökologisch wertvollen Heizung Neuland: Bereits 2010 befassten sich Politik und Verwaltung erstmals mit der Idee, eine solche Anlage in Schleptrup zu errichten. Es folgten Besichtigungen ähnlicher Modelle in anderen Kommunen. „Jetzt probieren wir hier aus, wie es funktioniert“, sagt Baudirektor Greife. Laufe alles reibungslos, dann sei es „gut vorstellbar“, ähnliche Anlagen auch an anderen kommunalen Standorten zu errichten.

Dass tatsächlich alles reibungslos läuft, davon sind alle Beteiligten überzeugt: Die alte Gasheizungsanlage ist zwar noch betriebsbereit für den Notfall. Aber: „Diesen Notfall wird es nicht geben“, ist sich Fachmann Axel Melke sicher.