Bei Auftritt des Chores Musica Viva Alte Kirche in Rhede besticht mit guten Akustik

Von PM. | 28.07.2016, 23:25 Uhr

Mit ihrer wunderbaren Akustik hat die Alte Kirche in Rhede beim Sommer-Konzert des Chores Musica Viva überzeugen können.

Zu Beginn erlebten die vielen Zuhörer einer Mitteilung zufolge eine Art Cluster, das immer wieder die Worte bildete „Ich lebe – ich lebe mein Leben“. Später wurde daraus ein kanonischer Gesang nach einem 1899 entstandenen Gedicht von Rainer Maria Rilke: „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“. Denn in diesem Konzert ging es um vertonte Dichtung.

Neben „Viele verachten die edele Musik“ von Johann Kaspar Bachofen aus dem 18. Jahrhundert und „Schläft ein Lied in allen Dingen“ von Johann von Eichendorff brachte der Chor auch modernere Klänge zu Gehör. Dazu gehörten das schottische Stück „Come by the hills“ , später die deutsche Version „Komm in das Land“. Gekonnt präsentierte das Ensemble auch Joachim Ringelnatz´ Gedicht „Das Reh im Park“ vor.

Revolutionäre Gesänge

Neben Traditionellem gab es ebenso revolutionäre Gesänge zu hören, nämlich in Form des sogenannten Bürgerliedes „Ob wir rote, gelbe Kragen“. Entstanden ist es 1968 in der DDR. Das Lied „We shall overcome“ hat die amerikanische Folk-Sängerin, Bürgerrechtlerin und Pazifistin Joan Baez 1969 in Woodstock gesungen. Damit positionierte sie sich politisch klar gegen den Vietnamkrieg und die damalige Rassentrennung in den USA.

Die aufmerksame Wachsamkeit auf jede Nuance, die Leiterin Gabriele Vosse-Schepers betont haben wollte, war sehr besonders. Musik ist ein gemeinsames Erleben – das macht dieser Chor deutlich. Es ging nicht nur um sauberen Gesang, deutliche Artikulation und um ein Mitreißen des Publikums, sondern dieser Chor machte seinen Hörern ein Geschenk: Hingabe an die Musik.

Im späteren Verlauf gab es ein Zusammenspiel mit zwei aMusikern aus Papenburg: Johannes Treblin an der Violine und Hartmut Schulte am Piano beeindruckten mit dem sentimentalen „Tin Roof Blues“ sowie mit Big-Band-Stücken von Glenn Miller („In the Mood“, „Chattanooga Choo Choo“), dem Chanson „Autumn Leaves“ und Jazz-Einlagen wie „Take five“ oder „Basin Street Blues“.

Spende zugunsten „AuKiJu“

Im letzten Teil des Konzertes sang Musica Viva „Du passt so gut zu mir wie Zucker zum Kaffee“ sowie sehr fein intoniert und intensiv den Song „Caravan of Love“ von den Housemartins; Herbert Grönemeyers schwungvoll interpretierter „Mambo“ und zum Schluss das Gedicht „Bumerang“ von Heinz Ehrhardt brachten das Publikum zu „Standing Ovations“. Am Ende haben alle gemeinsam die plattdeutsche Dichtung „Dat du min Leevsten büst“ gesungen.

Schon zu Beginn des Konzertes war darauf hingewiesen worden, dass die freiwilligen Spenden am Ausgang zum großen Teil dem Projekt „AuKiJu“ (Aufsuchende kirchliche Jugendarbeit), das Pastor Treblin initiiert hat, zu Gute kommen.