Aufgeschreckte Fellnasen Wenn der Hund an Silvester Panik bekommt

Von Emilie Veeningen | 29.12.2021, 06:30 Uhr

Das neue Jahr steht vor der Tür. Auch während der Corona-Pandemie möchte man zumindest im kleinen Kreis feiern. Obwohl es dieses Jahr wieder ein Böller-Verkaufs-Verbot gibt, wird der ein oder andere in den erlaubten Gebieten sicherlich Raketen zünden. Das lichterlohe Feuerwerk am Himmel ist schließlich schön anzusehen, auch wenn es laut ist, aber diese Faszination gilt nicht für alle.

Das pelzige Familienmitglied, das sich mit eingezogenem Schwanz unter dem Sofa versteckt, sieht das sicher nicht so. Wieso ist das so und was können Sie dagegen machen? Reicht zur Beruhigung ein Leckerli? Ein Ball zum Spielen? Oder müssen es Ohrenschützer sein? Es gibt einige Alternativen und Tipps wie der Hund trotz der Böllerkrach entspannt sein kann.

Wieso bekommen manche Hunde an Silvester Angst?

Wenn das Feuerwerk in die Luft zischt und es kracht, wird selbst der ruhigste Hund nervös und ängstlich. Aber wieso bekommen es manche Hunde an Silvester mit der Angst zu tun?

Um die Reaktion nachvollziehen zu können, hilft ein kurzer Blick auf die Sinnesorgane des Hundes. Der Vierbeiner ist viel empfindlicher als Menschen, er hört und riecht viel mehr als wir. Diese Reizüberflutung sorgt bei vielen Hunden daher für Panik.

Im Vergleich zwischen Hund und Mensch hört der Hund viel mehr. Der Mensch hört etwa zwischen 20 und 20.000 Hertz, ein Hund dagegen zwischen 15 und 50.000 Hertz. Ein Hund hört also nicht lauter, sondern nimmt viel mehr Geräusche wahr. Selbst wenn er schläft, kann ihn das kleinste Geräusch aus dem Schlaf reißen und er ist sofort hellwach. Das bedeutet, dass Hunde an Silvester die Raketen intensiver wahrnehmen und sie möglicherweise als Gefahr einstufen. Als weiterer Punkt kommt die empfindliche Nase des pelzigen Freundes dazu. Hunde haben 125 bis 220 Millionen Geruchszellen. Menschen haben im Vergleich dagegen nur 5 bis 20 Millionen. Hunde orientieren sich über den Geruchssinn, weshalb für sie durch den starken Geruch der Feuerwerkskörper ein weiterer Stressfaktor entsteht.

Wie erkennt man einen ängstlichen Hund?

Während der eine sich unter dem Sofa verkriecht, der andere sich bei seinem Herrchen Schutz suchend an ihn kuschelt, geraten andere in Panik. Man erkennt Panik zum Beispiel anhand von starken Hecheln, angelegten Ohren, geweiteten Pupillen, Unruhe oder eine geduckte Körperhaltung.

Sofortmaßnahmen gegen Panik

Halten Sie Ihren Hund stets angeleint, um zu vermeiden, dass der Hund bei Angst oder Panik wegläuft. Gehen Sie mit Ihrem vierbeinigen Freund an ruhigen Plätzen spazieren und vermeiden Sie Orte, an denen schon vor Silvester Böller gezündet werden. An Silvester sollten Sie bei Ihrem Hund bleiben, sofern Sie nicht sicher sind, ob Ihr Hund ruhig bleibt.

Wenn die Fenster und Türen geschlossen sind, kann man die dennoch lauten Geräusche mit dem Fernseher oder dem Radio übertönen. Vielleicht mag Ihr Hund auch ihre Lieblingsmusik? Noch nicht allzu gestresste Hunde lassen sich durch den ein oder anderen Happen ablenken. Das Ziel ist hier den Gehörsinn abzulenken, und die Aufmerksamkeit auf den Geschmacks- und Geruchsinn zu lenken.

Das wichtigste ist jedoch, selbst ruhig und gelassen zu bleiben. Die Hilfsmittel bringen dem Hund nichts, wenn Sie selbst nicht das ausstrahlen was der Hund tun soll. Kuscheln Sie mit Ihrem pelzigen Freund. Denn auch in stressigen Situationen schüttet der Hund, wie bei Menschen, das Kuschelhormon „Oxytocin“ aus, sobald er Zuneigung erfährt.

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