Gutachter weisen die Richtung Spürbare Fortschritte beim Lotter Abwasserbetrieb

15.12.2013, 12:51 Uhr

Für eine kritische Grundstimmung im Abwasserbereich hatten die Nutzer des Druckentwässerungssystems (DES) im Außenbereich gesorgt; ein regionaler Vergleich der Abwassergebühren in der Neuen OZ, in dem Lotte die rote Laterne hielt, rief die Politik und diese mehrere Gutachter auf den Plan. Erste Ergebnisse wurden in diesem Jahr greifbar.

Vor allen Dingen hat sich die 2011 gewünschte Anhebung der Schmutzwassergebühr auf 3,55 Euro pro Kubikmeter als nicht notwendig erwiesen. Vorerst kann sie stabil bei 3,40 Euro bleiben; mittelfristig sagt Lottes Kämmerer Jörg Risse sogar einen Gebührenrückgang voraus. Die Gründe sind strittig.

Die Gründe dafür, dass die Gemeinde dennoch vergleichsweise hohe Gebühren hat, sind dagegen inzwischen unstrittig: Wegen der Zweiteilung des Gemeindegebietes und der Pläne für einen Autobahnrastplatz nahe dem Lotter Kreuz hatten Lottes Verantwortliche seinerzeit ein zweites Klärwerk beschlossen, das den Südteil entsorgen sollte. Zu Recht, wie mehrere Gutachter aus verschiedenen Blickwinkeln feststellten. Im März wurde noch gemutmaßt, dass das Aus für die Rastplatzpläne zu einer Unterauslastung der Alt-Lotter Kläranlage geführt habe, die man durch deren Schließung beheben könne. Ob das aber die Gebühren senken würde, schien wegen der dann fälligen Abschreibungen unwahrscheinlich.

Ein weiterführendes Gutachten brachte im November Klarheit: Nach den heute geltenden Richtlinien würde die Wersener Kläranlage nicht mehr ausreichen, die Alt-Lotter Mengen zusätzlich aufzunehmen. Gutachter Michael Schütte bezeichnete die Betriebsstruktur daher als „aus damaliger wie aus heutiger Sicht sachgerecht“.

Er gab dem Abwasserbetrieb aber zwei Tipps mit auf den Weg, wie die Gebühren dennoch zu senken seien: 1. bessere Auslastung durch gezielte Ansiedlung von Unternehmen mit abwasserintensiver Produktion; 2. weniger Energieeinsatz im Belebungsbecken. Die dort weit unter die gesetzlichen Normen gedrückte Stickstoffbelastung sei ökologisch nahezu wirkungslos. Ihr Effekt dürfte in einer Ökobilanz durch das Mehr an Energie mehr als aufgebraucht werden. SPD und Grüne reagierten auf die Idee reserviert.

Und die DES-Bürgerinitiative? Initiator Raimund Hose zeigt sich mit der neuen Satzung insofern zufrieden, dass es nun klare Regelungen gebe. Die Frage, wem ursprünglich die Pumpe gehört, Gemeinde oder Grundeigentümer, wird derweil vor Gericht verhandelt. Hier sieht die Initiative Verzögerungstaktik bei der Gemeinde, die auf mündliche Verhandlung besteht. Das dauert und kostet.