Aufbruch mit regional geprägter Kochkunst am Kirchplatz „Die Küsterei“ neu in Wallenhorst

Von Jens Lintel | 14.12.2021, 06:30 Uhr

Marius Moerschel hat dem wohl meistbeachteten Gastro-Leerstand im Osnabrücker Nordkreis neues Leben eingehaucht: Mit dem Restaurant „Die Küsterei“ in Wallenhorst, das der 37-jährige Restaurantfachmann bereits im April gestartet hat, ist aus dem alten Küstereigebäude an der Kirche St. Alexander wieder eine Adresse für gehobene Gastlichkeit geworden.

Moerschel und sein Team haben sich in dem denkmalgeschützten Haus einem frischen Konzept verschrieben, das genau am Puls der Zeit der Esskultur liegt: „Die Küsterei“ setzt auf feine Küche auf hohem Niveau, wobei konsequent saisonale, regionale und/oder nachhaltig produzierte Zutaten verwendet werden.

Damit hat sich das Restaurant, das erst mit einem Liefer-/Abholdienst eröffnet wurde, quasi aus dem Stand zum Geheimtipp entwickelt. „Wir achten darauf, dass alle Lebensmittel, die wir verwenden, vernünftig und so nah wie möglich hergestellt werden. Wenn das nicht geht, entscheiden wir uns für Produkte aus biologischem oder kontrolliertem Anbau – so nehmen wir etwa Orangen, die per ‚Crowd-Farming‘ in Spanien quasi direkt für uns produziert werden“, erklärt Moerschel.

„Wilde“ Kochkunst - regional und frisch

Die Karte umfasst Gerichte mit Fleisch, Fisch sowie eine Auswahl von vegetarisch-veganen Speisen. „Wir bieten kein Rindfleisch an, sondern nur Wild, Geflügel und Fisch. Alles kommt direkt aus der Region und stammt von Tieren, die gesund leben“, macht Moerschel deutlich. Er schwärmt von für eine regional geprägte Kochkunst mit Wild – ob kurz gebraten, in Suppen und Pasteten, als Braten oder Geschnetzeltes. „Unser Schweinefleisch kommt aus Bakum und es ist streng genommen auch von einem Wildschwein. Da wir es frisch verwenden, hat es aber nicht das typische Aroma, das ja erst durch die Lagerung entsteht.“

Ein Geschnetzeltes aus diesem Schweinefleisch gehört zu den Highlights auf der gerade gewechselten Herbst-Speisekarte: Es wird am Tisch vor den Gästen mit einem uralten Armagnac flambiert und mit einer feinen Aprikosen-Soße und gegrilltem Gemüse nach individuellen Geschmacksvorlieben zubereitet. Auch sonst sind es die Details, die in „Die Küsterei“ den Unterschied ausmachen: Die Kräuter für die Öle und Gewürzmischungen, die sie in der Küche verwenden und zum Kauf anbieten, ziehen Moerschel und sein Team frisch in dem Kräutergarten, den sie auf dem Grundstück am Haus angelegt haben.

Die Speisen werden von einer, so Moerschel, „abgerundeten“ Auswahl von hervorragenden Weinen und Spirituosenspezialitäten begleitet, die teils biologisch hergestellt werden. Die Auswahl der Weine und die Beratung der Gäste dazu – auf Wunsch kann eine Begleitung zu den Menüs geordert werden – ist einer der Bereiche, mit dem „Die Küsterei“ besonders punkten will. „Auf unserer Weinkarte sind alle Anbauregionen Europas vertreten. Weine aus Frankreich, Italien und Spanien führen wir ebenso wie aus Deutschland und Ungarn. Teils sind es bekannte Weine, teils kommen sie von jungen Winzern, bei deren Auswahl wir ebenso wie beim Whisky und den Bränden sehr auf Qualität geachtet haben“, so Moerschel.

Der Traum von gehobener Küche

Mit „Die Küsterei“ hat Moerschel die Gründung eines eigenen Restaurants verwirklicht, die er seit seiner Berufsausbildung in einem Ein-Sterne-Haus im Blick hat. „Ich habe vermutlich die meisten Einsatzbereiche in der Gastronomie kennengelernt“, sagt Moerschel, der zuletzt im Parkhotel in Osnabrück gearbeitet hat. „Als sich die Gelegenheit in Wallenhorst bot, habe ich nicht lange gezögert.“

Nach dem Einzug wurde das Haus geschmackvoll neu eingerichtet und um eine Außenterrasse erweitert. Die Innengestaltung prägt ein Stilmix aus Alt und Neu. Innen stehen zurzeit 40 Sitzplätze (ohne Beschränkungen bis 60) und außen 36 (sonst bis 50) zur Verfügung, mit denen Moerschel „Die Küsterei“ auch für Gesellschaften und Familienfeiern aufgestellt hat. „Durch die Nachbarschaft zur Kirche haben wir bereits oft Taufen und Hochzeiten und werden zunehmen auch von Unternehmen angefragt.“

Aus dem Stab Parkhotels sind noch Restaurant-Serviceleiter Marcel Klein und Koch Arkadius Marczak mit in „Die Küsterei“ gewechselt. „Wir sind gut zufrieden, wie es angelaufen ist“, sagt Moerschel. „Ich freue mich darüber, dass wir in Wallenhorst so gut angekommen sind.“ Infos und Reservierungen über www.diekuesterei.de.

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