Deutlich mehr möglich als Rang fünf Pokal-Aus verdirbt VfL Osnabrück die Saison


Osnabrück. Die Saison endete enttäuschend. Zum Finale geriet der VfL Osnabrück in der der 3. Liga in einen negativen Sog. Wir versuchen, den Lauf der Dinge nachzuzeichnen und zu bewerten und lassen Zahlen für sich sprechen. Die Pokalspiele gegen RB Leipzig und Egestorf-Langreder haben bleibende Schäden hinterlassen.

Lange hatte sich der Trainer geziert im klaren Formulieren von einem Saisnonziel. Joe Enochs hatte die Mannschaft nach vier Spieltagen übernommen. Auf einem Abstiegsplatz. „Man muss immer wissen, woher man kommt“, pflegte er im Laufe der Saison zu sagen. Das war kein Understatement, sondern das Wissen darum, was die Basis darstellte: Der VfL kam aus einer verkorksten Saison und schien in der neuen nahtlos daran anzuknüpfen. Und plötzlich schien wieder Platz drei möglich.

Enochs gelang der Turnaround. Nicht gerade durch große, mitreißende Spiele, aber stets mit einer zuverlässlichen Punktebilanz. Der VfL pirschte sich durch die Liga und gehörte plötzlich zu den Aspiranten auf die 2. Bundesliga. Öffentlich reden darüber mochte niemand, doch intern wurde das Projekt Zweitliga-Comeback zu einem Thema.

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Das war insofern nicht überzogen, weil der VfL am 28. Februar nach einer Serie von drei gewonnenen „Zu-Null-Spielen“ auf Rang drei ankerte und nur einen Punkt vom späteren Aufsteiger, dem Tabellenzweiten FC Erzgebirge Aue entfernt, lag. Der VfL hatte in Kiel gewonnen, wo es oft nichts zu erben gab (übrigens durch ein Last-Minute-Tor von Add. Menga, seinem einzigen in der Spielzeit), er hatte sich in Wiesbaden, einem ebenso heißen Pflaster, mit 2:0 durchgesetzt. Der spätere Relegationsteilnehmer Würzburger Kickers war zu diesem Zeitpunkt als Achter noch satte neun Punkte von den Osnabrückern entfernt. Der VfL schaffte es nicht, seine Ergebnis- und Punktekonstanz zu halten. Er schmierte zwar nicht komplett ab, setzte aber auch keine neuen Ausrufezeichen.

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Die eindeutige 0:3-Niederlage gegen Meister und Aufsteiger Dynamo Dresden wäre verkraftbar gewesen, das Pokal-Aus am 13. April beim Fünftligisten Germania Egestorf-Langreder jedoch nicht. Von dieser Pleite hat sich das Enochs-Team tatsächlich nicht mehr erholt. Die bis dahin erkennbare Robustheit – mental wie physisch – ging verloren und damit drei weitere Saisonspiele. Das mündete darin, dass nicht einmal der für den DFB-Pokal maßgebliche und 200 000 Euro garantierende vierte Platz erreicht wurde.

(Die Saison 2015/2016: Der VfL Osnabrück in Bildern)

Der VfL hat also viel verspielt in einer Saison, die sich ganz in seinem Sinne zu entwickeln schien. Die Lila-Weißen werden das Gros ihrer Anhänger behalten, einige werden abspringen oder müssen neu überzeugt werden. Einfacher ist es nach diesem enttäuschenden Saisonfinale nicht geworden.

Freundschaftsspiel Samstag, 16 Uhr, bei der Spvg. Gaste-Hasbergen; Karten 6 Euro, Eintritt frei für Kinder bis 14 .

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