Osnabrücker Endlos-Geschichte Warum ist der Brunnen am Bahnhof immer noch leer?

Der Brunnen vor dem Bahnhof plätschert schon längst nicht mehr. 2011 zog die Stadt den Stöpsel.  Foto: Gert WestdörpDer Brunnen vor dem Bahnhof plätschert schon längst nicht mehr. 2011 zog die Stadt den Stöpsel. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Biergarten im Sommer und Apres-Ski-Hütte im Winter: So sollte der defekte Dreiecksbrunnen am Osnabrücker Hauptbahnhof genutzt werden. Passiert ist bisher nichts. Warum?

Der scharkantige Zierquell entstand Ende der Neunzigerjahre, als der Bahnhofsvorplatz ein neues Gesicht bekam. Entworfen hat ihn der Architekt Helge Bofinger, der auch den Ledenhof gestaltet hat. Und Bofinger ist die Schlüsselfigur in dem Tauziehen um die Zukunft des einstigen Wasserbassins, denn in seiner Hand liegen die Urheberrechte. Jede Änderung ist nur mit seiner Zustimmung möglich.

Wasser im Keller

2011 zog die Stadt den Stöpsel, weil das Bassin Löcher hat. Wasser war über unbekannte Ritze bis in den Keller des benachbarten Hotels gedrungen. Eine Grundsanierung würde nach Schätzungen der Stadt zwischen 180.000 und 250.000 Euro kosten. Zu viel für die klamme Kommune. Der Stadtrat beschloss auf Antrag von SPD und Grünen, dass die Verwaltung ein neues Konzept für den Brunnen entwickeln solle.

Im vergangenen Jahr schien eine Lösung greifbar. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert erklärte die Brunnen-Frage zur Chefsache. Bofinger signalisierte Entgegenkommen, und mit Hotelier Horst Strasser, Eigentümer des Advena Hotels, stand jemand bereit, der die Flächen bespielen wollte. Strassers Idee: Im Sommer ein Biergarten, im Winder eine Ski-Hütte mit einem Programm, „wie man es aus dem Ski-Urlaub kennt“. Der Hotelier ließ auf Bitten der Stadt Pläne zeichnen – und wartet seither auf eine Antwort.

Dirk König, Leiter des städtischen Eigenbetriebes Immobilien, würde das Thema lieber heute als morgen vom Tisch haben. Doch Architekt Bofinger ist offenbar doch noch nicht bereit, sich von dem Wasserspiel endgültig zu verabschieden und ein Kernstück seines Vorplatzdesigns aufzugeben. Es soll deshalb in den kommenden Wochen noch einmal einen Ortstermin geben. „Wir wollen Platten abnehmen und prüfen, ob mit einfachen Mitteln noch etwas zu retten ist“, sagte Immobilien-Chef König. „Es geht nur mit Bofinger, nicht ohne ihn.“

„Ziemlich frustriert“ verfolgt Horst Strasser das Hin und Her . „Man könne meinen, der Brunnen ist in Vergessenheit geraten.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN