Trillerpfeifen und Banner 250 Landwirte demonstrieren in Osnabrück gegen Agrarwende

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Osnabrück. Rund 250 Landwirte aus Stadt und Landkreis zogen am Samstagmittag vor die Osnabrückhalle, um am Rande der Landesdelegiertenkonferenz der niedersächsischen Grünen lautstark gegen die geplante Agrarwende zu demonstrieren.

Mit Trillerpfeifen, Protestbannern, Flugblättern und wohl eher zufällig grünen Westen kritisierten sie den Kurs der rot-grünen Landesregierung, der ihrer Meinung nach die Existenzen der vielen kleinen und mittelständischen Familienbetriebe in der Region gefährdet. Landwirtschaft sei „äußerst kompliziert“ und eigne sich nicht als „Spielball der Politik“, betonte Albert Schulte to Brinke, Landwirt in Bad Iburg und erster Vorsitzender des Hauptverbandes des Osnabrücker Landvolks (HLO), der zu der Demonstration aufgerufen hatte.

„Nicht Ideologie, sondern Argumente“

„Nicht die Ideologie, sondern Argumente sollten im Vordergrund stehen“, plädierte er für einen „ehrlichen Dialog“. Der sei aber bisher an einem grünen niedersächsischen Landwirtschaftsminister gescheitert, der „auf Kosten der Landwirte auf Stimmenfang“ gehe, ergänzte Johannes Schürbrock, Landwirt in Neuenkirchen und Vorstand des Kreisbauernverbandes Bersenbrück. Eine von Minister Christian Meyer selbst initiierte Reise nach Norwegen habe den dort in einem „abgeschotteten“ Nicht-EU-Land vermeintlich vorbildlichen Tierschutz als trügerisch entlarvt. Aus den dort besuchten Schweinehaltungsbetrieben wurden Originalbilder von Tieren mit angefressenen Schwänzen und Strepto- und Staphylokokken gezeigt, die nicht nur auf ein Scheitern des Schwanzkupierverzichts, sondern auch auf mangelhafte Haltungs- und Hygienezustände hindeuten.

Verbesserungen auch im Sinne des Tierwohls

Für wirkliche, wissenschaftlich begleitete Verbesserungen auch im Sinne des Tierwohls, bei dem das Land Niedersachsen nicht einseitig allein vorangehen könne, müssten „funktionierende Systeme“ geschaffen werden, wünscht sich Schulte to Brinke, der auch auf den „Flächenfraß“ in Form der der Landwirtschaft entzogenen abgebauten Moorflächen hinwies, für die keinerlei Ausgleichsflächen zur Verfügung gestellt würden. Nur eines von vielen Themen, für die sich die Landwirte eine nachhaltige, faire und sachliche Auseinandersetzung frei von Polemik und Ideologie wünschen.


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