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Lohne „Pflegeoase“ im Matthiasstift hat Modellcharakter

Von Heinz Krüssel | 25.05.2018, 15:30 Uhr

Modellcharakter im Matthiasstift in Wietmarschen hat die vorgesehene „Pflegeoase“ mit ambulanter Pflege, die für sieben Schwerstdemenzkranke im Dachgeschoss des Herrenhauses eingerichtet wird. Drei der sieben Plätze sind bereits vergeben.

Den Gedanken der Pflegeoase erläuterte Ludger Wübben. Damit werde der Versuch unternommen, die Lebenswelt an die Bedürfnisse von demenzkranken Menschen in weit fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung anzupassen. „Eine Pflegeoase unterscheidet sich von anderen Versorgungsformen im stationären Bereich in erster Linie durch ihr Raumangebot“, so Wübben. Die Lebenswelt von Menschen mit Demenz sei in dieser Phase auf die unmittelbare Umgebung, die Nachbarschaft zum Mitbewohner sowie auf die Beziehung zu den pflegenden Mitarbeitern konzentriert.

Isolation vermeiden

Es werde davon ausgegangen, dass das gemeinschaftliche Leben in einer Pflegeoase dem Bedürfnis der Nähe, nach vertrauter übersichtlicher Gemeinschaft und Beziehung entgegenkomme und zu positiven Effekten bei den Bewohnern führe, ergänzte Pflegedienstleiterin Ina Thien. Die Kernidee der Pflegeoase sei, den Bewohnern eine Teilnahme an der Gemeinschaft zu ermöglichen, um der sozialen Isolation entgegenzuwirken.

Zum Raumprogramm führte Ludger Wübben aus, dass sieben Menschen in einem großen Raum zusammenleben. Geschützte Privatbereiche werden durch Raumteiler wie Paravents und Schränke ermöglicht. Der Nahbereich werde individuell mit privaten Fotos und Farben gestaltet. Es werde eine Raumgestaltung mit Farb- und Lichtkonzept geben, um die Sinne der Bewohner anzusprechen. Wichtig sei die kontinuierliche Präsenz von Pflegenden, die die Bedürfnisse der Bewohner direkt wahrnähmen und darauf reagieren könnten.

„Wir haben uns für dieses landesweit wohl einmalige Konzept entschieden, um das Angebot abzurunden, auch wenn es sich finanziell nicht rechnet“, ging Alfons Eling abschließend auf den wirtschaftlichen Aspekt ein. „Wir sind glücklicherweise nicht auf Gewinnmaximierung angewiesen“, betonte Eling.

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