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Kolping-Carneval lud ein Fünf Stunden Karneval: Lohne als „gelobtes Land“

Von Heinz Krüssel, Heinz Krüssel | 26.02.2017, 15:00 Uhr

Ein rundes Jubiläum hat der „Kolping Carnevals Verein von 1968 (KCV) Lohne“ gefeiert und zum 50. Mal zu einer Karnevalssitzung eingeladen. Nahezu fünf Stunden haben Büttenredner, Sänger und Tänzer auf der Bühne der Mehrzweckhalle für Spaß und Unterhaltung gesorgt. Wermutstropfen am Ende: Es war wohl die letzte Sitzung.

Als Sitzungspräsident fungierte Dieter Nüsse, der den erkrankten Andreas Borker gekonnt vertrat. Unter das närrische Publikum hatten sich viele Ehrengäste gemischt. Leider fehlte Pastor Voßhage. „Wahrscheinlich sitzt der auf dem Kirchturm in Wietmarschen und bewacht die Glocken“, vermutete der Sitzungspräsident. Im November 2016 war eine rund 800 Kilogramm schwere Stahlglocke im Turm der katholischen Kirche in Wietmarschen abgestürzt.

Den Auftakt des Programms übernahmen die jüngsten Karnevalisten, die „Lohner Kindertanzgruppe“. „Viel Zeit haben die Akteure in die Vorbereitung von Liedern und Tänzen investiert“, dankte Dieter Nüsse. 40 Mal haben die „Jungkolpinger“ bislang das KCV-Programm aktiv mitgestaltet. Zu den Akteuren auf der Bühne zählte ferner die Abba-Tanzgruppe, die Band „Die Namenlosen“, „Die Hugoretten“, Bärbel Zörner und Gaby Haverbeck mit einer gekonnten Pantomime-Nummer sowie der Kirchenchor.

Bürgermeister Wellen als „Tim“

Gespannt wartete das Publikum auf die erste Büttenrede des Abends, die Bürgermeister Manfred Wellen als „Tim“ vorbehalten war. „Bei Papi im Rathaus gibt es immer leckere Sachen zu essen: da gibt es sogar schwarze und rote Nüsse“, spielte er auf die Träger dieses Namens in der CDU und SPD an. Auch habe Papi viel von Gleisen in Nordhorn gesprochen, meinte Tim. „Ich glaube, wir kriegen in Lohne jetzt auch bald Gleise und dann können Züge von und nach Lohne fahren“, so die Schlussfolgerung des Juniors.

Kamprolf erinnert an die Anfänge

In der zweiten Büttenrede erinnerte Hans Kamprolf an den Beginn des Kolping-Karnevals vor 50 Jahren in Lohne. Als Gründungsmitglied und aus der 25-jährigen Erfahrung als Präsident hatte er viel Insiderwissen parat. „Der KCV wurde nach kurzer Schwangerschaft geboren und – flupp – war er da. Als dann auch das Fernsehen einstieg und „Mainz, wie es singt und lacht“ übertrug, rief Mama voller Begeisterung: „Kiek äs Papa, wat de sick in Lohne utdacht hebbt, maakt de jetz ock all in Mainz noa!“

Eine musikalische Büttenrede präsentierte der „Projektchor“ und spießte Aktuelles aus Lohne auf. „Lohne wird jetzt Weltstadt wie Kölle; eine Skyline haben wir schon.“ „Dem Bürgermeister Manfred reichte nicht ein Kind, jetzt haben sie gleich zwei und deshalb ist im Hause Wellen die Hölle los.“

Unter dem Motto „Watt gifft denn neijes in’t Dörp?“ gab es von den „Bauern“ Georg Borker und Bernd „Sticke“ Stevens Neuigkeiten zu hören, die nicht in der Zeitung stehen. „Wellings Ludger heff dat Anwesen Kuhl kofft.“ „Nee, wat will he denn doarmet?“ „Dat sall ne Partybude för sienen Sönn wern.“ Zudem war zu erfahren: „De Glocke in Wietmäschken is affstödt, weil de noa Lohne woll, in’t gelobte Land.“

In zünftiger Lederhose kam der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann nach Lohne. „Die Bayern sind ein liebevolles und friedvolles Volk“, begründete er sein Outfit. In seinem „Gedicht“ kamen Begriffe wie Macht, Politik, Leidenschaft, Intrigen und Lohne vor. So hieß es beispielsweise: „Der Reinhold (Hilbers) kennt sich aus mit Bilanzen, deshalb wird er wohl bald Minister der Finanzen.“ Über die Probleme eines frauenlosen Haushaltes berichtete Pastor Paul Berbers.

Doch bei allem Vergnügen gab es am Ende des Abends doch noch einen großen Wermutstropfen im Freudenbecher: „Das war’s“, sagte Sitzungspräsident Dieter Nüsse und teilte dem überraschten Publikum mit, dass dieses wohl die letzte KCV-Sitzung gewesen sei. Es werde keine 51. Auflage mehr geben. Begründet wurde die Entscheidung des Vereins mit fehlendem Nachwuchs. Es werde immer schwieriger, ein mehrstündiges anspruchsvolles Programm mit Eigengewächsen auf die Beine zu stellen, bedauerte der Sitzungspräsident das Aus.

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