Vier Zeugen Montag in Aurich geladen Gerda B.-Prozess: Angeklagter darf fotografiert werden

Die Aufregung unter den anwesenden TV-Teams und Fotografen zum Prozessauftakt im Fall Gerda B. am Dienstag war groß, weil der Angeklagte und sein Verteidiger den Gerichtssaal erst betreten haben, nachdem die Kameras den Raum verlassen hatten. Das ist am 2. Prozesstag anders. Foto: Daniel Gonzalez-TepperDie Aufregung unter den anwesenden TV-Teams und Fotografen zum Prozessauftakt im Fall Gerda B. am Dienstag war groß, weil der Angeklagte und sein Verteidiger den Gerichtssaal erst betreten haben, nachdem die Kameras den Raum verlassen hatten. Das ist am 2. Prozesstag anders. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Aurich. Der Prozess um den Totschlag der vermögenden Galeristin und Immobilienbesitzerin Gerda B. aus dem Landkreis Leer geht am Montag vor dem Landgericht Aurich in die zweite Runde. Dann darf auch der Angeklagte, Christian I., fotografiert und gefilmt werden.

Das hat der Vorsitzende Richter Dr. Daniel Hunsmann am Freitag verfügt und das Landgericht in einer Mitteilung bekanntgemacht. Demnach wird der Angeklagte bereits vor Aufruf der Sache in den Sitzungssaal geführt. Ihm und seinem Verteidiger sei nicht mehr gestattet, den Sitzungssaal „erst mit Aufruf der Sache über einen besonderen Zugang, welcher der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist“, zu betreten, heißt es in der Verfügung wörtlich. Zum Prozessauftakt am Dienstag hatte es insbesondere bei den anwesenden TV-Teams große Aufregung gegeben, weil der Verteidiger eine halbe Stunde vor Prozessbeginn mitgeteilt hatte, er und sein Mandant wünschen keine Foto- und Filmaufnahmen. Am Dienstag hatte Hunsmann und der Pressesprecher des Gerichtes, Wolfgang Gronewold, das noch gestattet.

(Weiterlesen: Totschlagsprozess in Aurich: Welche Rolle spielte der Alkohol?)

Darüber hinaus wird angeordnet, dass sein Gesicht vor der Veröffentlichung zu anonymisieren („verpixeln“) ist, dass nur eine Verwendung in anonymisierter Form möglich bleibt – ein übliches Verfahren in solchen Fällen. Das schützt das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Angeklagten, eine Veröffentlichung von Abbildungen würde zu einer „erhebliche Stigmatisierung des Angeklagten“ führen, so das Gericht.

Vier Zeugen geladen

Gerichtssprecher Gronewold teilte darüber hinaus auf Anfrage weiter mit, dass am Montag vier Zeugen geladen sind. Der Erste wird zu Beginn des Prozesstages um 9 Uhr erscheinen, die letzte Zeugin um 12.30 Uhr. Einer der Zeugen wird der Gutachter sein, der ein psychiatrisches Gutachten über den 55 Jahre alten Mann auf der Anklagebank erstellt hat. Das wurde bereits am ersten Prozesstag berichtet. Geklärt werden dürfte dabei vor allem, welche Rolle Alkohol im Leben des Angeklagten gehabt hat oder noch hat. Er könnte auch die Frage klären, welche Folgen die Alkoholisierung gespielt hat, die er am mutmaßlichen Tatabend, dem 21. Oktober 2016, und der folgenden Nacht gehabt hat. Sowohl der Angeklagte als auch das Opfer sollen vor der Tat gemeinsam Alkohol zu sich genommen haben.

(Zum Nachlesen: So verlief der Prozessauftakt im Fall Gerda B.)


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