Gauner wollen an sensible Daten Polizei Leer warnt vor falschen Microsoft-Mitarbeitern

In einem aktuellen Fall hatte ein 73-Jähriger aus Leer einen Anruf eines angeblichen Microsoft-Mitarbeiters erhalten, der ihm die Installation einer Software empfahl. Dabei handelte es sich um das Programm „Teamviewer“, das den Fernzugriff auf den Computer des Opfers erlaubt. Symbolfoto: Bodo Marks/dpaIn einem aktuellen Fall hatte ein 73-Jähriger aus Leer einen Anruf eines angeblichen Microsoft-Mitarbeiters erhalten, der ihm die Installation einer Software empfahl. Dabei handelte es sich um das Programm „Teamviewer“, das den Fernzugriff auf den Computer des Opfers erlaubt. Symbolfoto: Bodo Marks/dpa

Leer. Die Polizei Leer/Emden warnt vor Gaunern, die sich als Mitarbeiter des Software-Herstellers Microsoft ausgeben. Ziel der Betrüger ist, an sensible Daten auf den Computern der Opfer zu kommen. Bei einem 73-Jährigen wurden Kreditkarteninformationen gestohlen, dabei entstand ein Schaden im mittleren dreistelligen Euro-Bereich.

Im aktuellen Fall hat ein 73-jähriger Mann aus Leer am Mittwoch, 3. Mai 2017, Anzeige bei der Polizei erstattet, nachdem er von einem angeblichen Mitarbeiter von Microsoft angerufen wurde. Dieser hatte ihm eine Aktualisierung der Software auf seinem Computer empfohlen. Installiert hat er letztlich die Fernwartesoftware ‚Teamviewer‘. Sie dient dazu, dass Computerkundige im Problemfall von einem anderen Ort Zugriff auf den gesamten Rechner verschafft wird, um bestehende Probleme zu lösen. Das hatte der Täter genutzt, um an Kreditkarteninformationen des Mannes zu kommen und tätigte im Folgenden auch Abbuchungen. Es entstand ein Schaden im mittleren dreistelligen Euro-Bereich.

Die Polizeiinspektion Leer/Emden warnt davor, unbekannten Personen Zugang zum Rechner und damit Zugang zu allen Daten zu gewähren. „Die Betrüger rufen wahllos Haushalte an und geben vor, dass auf dem Computer des Angerufenen dringend eine Sicherheitssoftware installiert werden müsse. Dies ist jedoch ein Trick, um an sensible Daten zu gelangen“, heißt es in einer Mitteilung von Freitag.

Nicht auf Forderungen eingehen

Wenn der Angerufene die Software wie gefordert installiert und dem Betrüger den Zugang gewährt, kann dieser den Computer fernsteuern, also auch Dateien austauschen, weitere Programme aus der Ferne installieren und so Spionagesoftware einschleusen. Im Falle des Nichtbemerkens kann der Täter großen Schaden im Namen des Opfers anrichten. Nachdem er die Kontrolle über beispielsweise das Emailkonto oder das Paypalkonto hat, kann er fremde, illegal erlangte Kontoverbindungen hinterlegen, unter dem Namen des Opfers mit diesen einkaufen oder verkaufen.

Die Polizei rät: Sollten Sie solche Anrufe erhalten, notieren Sie, soweit im Display des Telefons zu sehen, die angezeigten Rufnummern. Gehen Sie nicht auf die Forderungen der Anrufer ein, sondern beenden Sie das Gespräch. Führen Sie keine Installation von Software durch, zu der Sie am Telefon aufgefordert werden. Folgen Sie auch keinen Links, die Ihnen genannt werden. Tätigen Sie keine Zahlungen (zum Beispiel durch Herausgabe von Kreditkartendaten). Unterbrechen Sie im Notfall die Internetverbindung zum Computer. Melden Sie den Vorfall bei Ihrer nächsten Polizeidienststelle.


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