Fahrradpass-App und Kennzeichnung Polizei gibt Tipps zum Schutz gegen Fahrradiebstahl

Die Polizei in Cloppenburg hat Tipps veröffentlicht, wie sich Fahrradbesitzer gegen Diebstahl schützen können. Foto: dpaDie Polizei in Cloppenburg hat Tipps veröffentlicht, wie sich Fahrradbesitzer gegen Diebstahl schützen können. Foto: dpa

dgt/pm Cloppenburg. Die Polizei in Cloppenburg hat Tipps veröffentlicht, wie sich Zweiradbesitzer gegen Diebstahl ihres Fahrrades schützen können. Während Hinweise wie ein massives Schloss oder eine Kennzeichnung per Codierung vielen bekannt sind, dürfte ein Schutz per App vielen neu sein.

Wer sein Fahrrad abstellt, um beispielsweise eine Pause zu machen, der sollte Sicherheitsvorkehrungen treffen, damit kein Langfinger zuschlägt und das Fahrrad mitnimmt, rät die Polizei in ihrer Mitteilung. Fahrrad-Diebe seien sehr aktiv: In den vergangenen sieben Jahren lag die Zahl der von der Polizei registrierten Fahrrad-Diebstähle bundesweit stets bei mehr als 300.000 Fällen. Im Bereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta kam es 2016 zu rund 1.400 Fahrraddiebstählen. Besonders beliebt bei den Langfingern seien große Abstellplätze, zum Beispiel an Bahnhöfen, Bädern oder Sport- und Freizeiteinrichtungen, so die Beamten.

Erste Wahl: Ein massives Fahrrad-Schloss

Um sich vor einem Fahrrad-Diebstahl zu schützen, helfen bereits einfache Mittel: „Es empfiehlt sich, ein massives Stahlketten-, Bügel- oder Panzerkabelschloss zu verwenden, das groß genug ist, um das Fahrrad an einem festen Gegenstand, wie etwa einem Fahrradständer, anzuschließen“, wird Andreas Bonk, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, in der Mitteilung zitiert. Nur das Vorder- und Hinterrad zu blockieren, reiche als Schutz vor Dieben nicht aus, diese könnten blockierte Räder mühelos wegtragen oder verladen, so Bonk weiter. In Fachzeitschriften, Mitarbeiter in Polizeilichen Beratungsstellen oder Fahrradgeschäften können sich Radbesitzer informieren, welche Schlösser ihren Zweck erfüllen.

Um ein wiedergefundenes Fahrrad seinem rechtmäßigen Besitzer zuordnen zu können, muss dieses Rad zweifelsfrei identifizierbar sein. Hierzu dient die individuelle Rahmennummer. Diese ist bei vielen in Deutschland verkauften Fahrrädern in den Rahmen eingraviert. Hat das Fahrrad keine Rahmennummer, sollte der Radbesitzer oder ein Fachmann eine individuelle Kennzeichnung anbringen. Die Polizei empfiehlt eine Fahrradcodierung (mit Kraftfahrzeugkennzeichen, Gemeindeschlüssel, Straßenschlüssel, Hausnummer und Initialen). Die Fahrradcodierung lässt sich anhand der amtlichen Schlüsselzahlen von Fundämtern und Polizeidienststellen leicht entschlüsseln. Selbst wenn ein Fahrrad nicht in den Fahndungsdateien der Polizei erfasst ist, führt die Fahrradcodierung zumindest zur Wohnanschrift des Eigentümers. Wo Fahrradbesitzer ihr Fahrrad codieren lassen können, erfährt man im Fachhandel.

Fahrrad-Daten in App abspeichern

Wichtig sei, die individuellen Fahrrad-Daten in einem Fahrradpass festzuhalten. Mit den Fahrrad-Daten kann die Polizei gestohlene Fahrräder zweifelsfrei identifizieren und den rechtmäßigen Eigentümer ausfindig machen. Im Fahrradpass sind neben Rahmennummer und Codierung auch Name und Anschrift des Radbesitzers notiert. Viele Fachhändler stellen beim Fahrradkauf automatisch einen Fahrradpass aus. Andernfalls sollten die Käufer gezielt danach fragen, rät die Polizei. Den vollständig ausgefüllten Fahrradpass, mit einem Foto des Fahrrads versehen, sollten sie sicher aufbewahren.

Besitzer von Smartphones können sich die kostenlose Fahrradpass-App der Polizei für iPhones und Android-Smartphones abspeichern. Sämtliche für die Identifizierung wichtigen Fahrrad-Daten können darin gespeichert werden. Darüber hinaus lassen sich über die App die Angaben mehrerer Fahrräder verwalten. Zudem können die Daten ausgedruckt oder per E-Mail verschickt werden, um sie bei Bedarf sofort an die Polizei beziehungsweise den Versicherer weiterleiten zu können.

Mit der Fahrradpass-App der Polizei können alle wichtigen Daten über ein Zweirad abgespeichert werden und bei Bedarf per Email an die Polizei oder der Versicherung versendet werden. Quelle: polizei-beratung.de/Screenshot: Daniel Gonzalez-Tepper

Die App kann unter anderem über die Seiten polizei-beratung.de heruntergeladen werden.

Weitere individuelle Informationen, wie Sie Ihr Fahrrad gegen Diebstahl sichern können, erhalten Interessierte bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/ Vechta, Polizeioberkommissar Andreas Bonk, Telefon 04471/ 1860107, oder in Vechta bei Kriminalhauptkommissar Ulrich Suhr, Telefon 04441/ 943107.


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