Suche soll im Frühjahr starten Marine-Schiff will abgestürzten US-Bomber im Dollart orten

Von Friederike Kahmann

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Der US-Amerikaner Tony Crawford (vorne rechts) vor einer ähnlichen Maschine, wie die „Miss Deal“, in der sein Onkel 1943 starb. Foto: privatDer US-Amerikaner Tony Crawford (vorne rechts) vor einer ähnlichen Maschine, wie die „Miss Deal“, in der sein Onkel 1943 starb. Foto: privat

Emden/Leer. Die Suchaktion nach dem im Dollart abgestürzten Weltkriegs-Bomber „Miss Deal“ nimmt Formen an: Zwischen April und Mai, so die derzeitigen Planungen, soll ein Schiff der niederländischen Marine nach den Überresten des Wracks in der Meeresbucht bei Emden suchen.

Nach diversen Verzögerungen ist nun ein Zeitfenster für die Mission im Dollart festgelegt: Zwischen Ende April und Mitte Mai will ein Marine-Schiff versuchen, mit Spezialausrüstung das mutmaßlich im Boden des Dollarts steckende Flugzeugwrack zu orten. Das hat Tony Crawford aus Texas der Redaktion mitgeteilt. Der US-Amerikaner ist die treibende Kraft hinter der Mission. Er erhofft sich Aufklärung über das Schicksal seines Onkels Charles E. Crawford, der an Bord der Maschine war, als sie in den Dollart stürzte, und ums Leben kam. Bis heute gelten seine sterblichen Überreste als vermisst.

Tony Crawford hat mittlerweile von der DPAA (Defense POW/MIA Accounting Agency) weitere Informationen zu der geplanten Mission erhalten. Die US-Behörde sucht weltweit nach vermissten Soldaten und versucht, deren Schicksal aufzuklären beziehungsweise die sterblichen Überreste zu den Angehörigen zu bringen.

Im Schlickgrund

Das niederländische Marine-Schiff, so erfuhr Crawford, wird nach so genannten „Anomalien“ im Schlickgrund des Dollarts suchen, also Abweichungen, die Hinweise auf ein Flugzeugwrack geben könnten. Die Mission soll klären, in welcher Tiefe die möglichen Teile des Bombers liegen und ob die Chance besteht, sie zu bergen. Das Schiff soll auch nach weiteren Wracks Ausschau halten, die ebenfalls während des Zweiten Weltkrieges im Dollart abstürzten.

Bei der „Miss Deal“ handelt sich um einen Bomber vom Typ B-17, eine Art „Fliegende Festung“. Die Maschine geriet nach einem fehlgeschlagenen Angriffsflug auf Hamburg am 25. Juni 1943 unter heftigen Beschuss und stürzte schließlich im Dollart ab. Sechs Besatzungsmitglieder konnten sich mit Fallschirmen retten. Die übrigen vier kamen ums Leben. Allerdings wurden die Leichen des Piloten John R. Way und von Charlie E. Crawford nicht gefunden.


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