Alle Suchaktionen bisher erfolglos Weiterhin keine heiße Spur von Gerda B. in Ostfriesland

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Oberstaatsanwältin Katja Paulke von der Staatsanwaltschaft Aurich leitet gemeinsam mit der Mordkommission in Leer die Ermittlungen. Foto: Ingo Wagner/dpaOberstaatsanwältin Katja Paulke von der Staatsanwaltschaft Aurich leitet gemeinsam mit der Mordkommission in Leer die Ermittlungen. Foto: Ingo Wagner/dpa

Leer. Von der vermissten Millionärin Gerda B. im Landkreis Leer fehlt weiterhin jede Spur. Man gehe vielen kleinen Hinweisen und Spuren nach, gefunden wurde die 66-Jährige oder ihre Leiche weiterhin nicht, hieß es am Montag auf Anfrage bei der Staatsanwaltschaft Aurich und der Mordkommission in Leer.

Noch immer hoffen die Ermittler auf einen entscheidenden Hinweis aus der Bevölkerung oder ein neues Indiz, das sich aus den Spuren am mutmaßlichen Tatort oder dem Fahrzeug der Frau ergeben könnte. „Wir nehmen jeden noch so kleinen Hinweis, den wir erhalten, ernst, gehen ihm nach und lassen nichts unversucht, die Vermisste oder ihre Leiche zu finden“, sagte Oberstaatsanwältin Katja Paulke, die sich ansonsten aus ermittlungstaktischen Gründen sehr zugeknöpft zeigte, was neue Angaben aus der laufenden Arbeit der Ermittler angeht.

Die Strafverfolger gehen demnach weiter davon aus, dass die 66-Jährige getötet worden ist. Weiterhin dringend tatverdächtig ist ein 55-Jähriger, der seit Freitag, 11. November, in Untersuchungshaft sitzt. Gegen ihn liegen Beweise vor, hieß es bereits kurz nach der Festnahme bei einer Pressekonferenz in Leer . Sowohl im Café der Galeristin in Leer-Bingum, dem mutmaßlichen Tatort, als auch im Fahrzeug der Frau, einem älteren Jaguar, der am 3. November in Hamburg-Ottensen gefunden worden war, wurden sowohl Blutspuren der Frau als auch „Anhaftungen“ des Verdächtigen gefunden. In dem Hamburger Stadtteil besaß die Physikerin, die auch einen Doktortitel trägt, ein Mehrfamilienhaus, in dem sie selbst auch eine Wohnung bewohnte.

Festgenommener nennt keine wesentlichen neuen Details

Offenbar waren beide auf dem Weg nach Hamburg. Der Festgenommene, der seit Anfang Oktober eine Wohnung von Gerda B. in Leer gemietet hatte, hat gestanden, Gerda B. in ihrem Fahrzeug transportiert und in einem Waldstück entlang der A 1 zwischen Bremen und Hamburg abgelegt zu haben. Er bestreitet aber weiterhin, die Frau getötet zu haben. Weitere Einlassungen von ihm seit der Festnahme soll es so gut wie nicht gegeben haben, ist den aktuellen Aussagen von Paulke mit unserer Redaktion zu entnehmen.

Auch beim Motiv sind die Ermittler bisher keinen entscheidenden Schritt weiter, so die Oberstaatsanwältin. Demnach bleibt offen, ob es sich um einen Raubmord, eine Beziehungstat oder einen Streit, beispielsweise bei einem Immobiliengeschäft, gehandelt hat.

Eine Rolle bei der Suche spielt neben der A 1 (dort wurde beispielsweise in der Nähe von Heidenau nahe Hamburg und an der Rastanlage Sittensen gesucht) weiterhin die Region Leer/Emden. Deshalb suchte ein Großaufgebot von Polizisten in der vergangenen Woche im Binnen- und Außenhafen in Emden mit Booten und Tauchern – vergeblich. Ermittelt wird definitiv auch im Großraum Hamburg, in der Stadt besaß Gerda B., wie berichtet, Immobilien und dort wurde ihr alter Jaguar aufgefunden.

Hellseher hat mutmaßlichen Ablegeort genannt

Ernst genommen würden auch zunächst skurril erscheinende Hilfsangebote wie dem des Hellsehers Michael Schneider aus Siegburg, der den Ermittlern einen Ablegeort entlang der A 1 genannt haben soll. Auch das bestätigte Paulke, ohne weitere Details zu nennen. Er will nach eigenen Angaben auf seiner Internetseite bereits bei der Suche nach Lars Wunder einen wichtigen Hinweis zum Fundort des monatelang vermissten und dann tot aufgefundenen Jemgumers gegeben haben.

Dass es im Fall Gerda B. auch Ermittlungen auf Ibiza, einem früheren Wohnort des Festgenommenen, gegeben haben soll, dementierte Paulke nicht. Die Mordkommission, die von Werner Brandt geleitet wird, sei weiterhin in voller Stärke im Dienst, so Paulke. „Es ist also nichts zu den Akten gelegt“, sagte die Oberstaatsanwältin.

Etwa 20 Ermittler seien demnach fast rund um die Uhr im Einsatz, um den Fall zu lösen. Doch alle Suchmaßnahmen, die auch wetterabhängig seien, so Paulke, waren bislang erfolglos.

Alter Jaguar weiterhin im Fokus

Noch immer hoffen die Ermittler auf Hinweise zum Pkw von Gerda B . Dabei handelt es sich um einen Jaguar, Modell: XJ40, Baujahr: 1989, Farbe: grau, amtliches Kennzeichen: LER-CI 292. Polizei und Staatsanwaltschaft Aurich fragen: Wer kann Angaben zum Fahrzeug machen? Wer hat das Auto im Zeitraum 22. bis 26. Oktober im Raum Emden oder im Raum Leer gesehen?

Die Beschreibung der mutmaßlich Getöteten: Gerda B. war Brillenträgerin, etwa 1,70 Meter groß und von untersetzter Statur. Sie hatte graues, mittellanges Haar. Bei ihrem Verschwinden trug sie eine beigefarbene Jacke, eine rosafarbene Hose und Schuhe in dieser Farbe. Unter der Jacke trug sie ein gestricktes Oberteil, außerdem eine Halskette und ein Armband mit der Abbildung eines Delfins.

Hinweise nimmt die Polizei Leer, Telefon 04 91/97 69 00, entgegen.


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