Aus Fehler in Leer gelernt Wegen Weihnachtsmärkten: Westfalenbahn setzt größere Züge ein

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Statt einer Zugstärke setzt die Westfalenbahn an den Adventssonntagen auf der Strecke RE 15 Emden – Münster, die quer durchs Emsland führt, zwei Zugstärken ein. Symbolfoto: Lukas HerbersStatt einer Zugstärke setzt die Westfalenbahn an den Adventssonntagen auf der Strecke RE 15 Emden – Münster, die quer durchs Emsland führt, zwei Zugstärken ein. Symbolfoto: Lukas Herbers

Leer/Papenburg. Die Westfalenbahn setzt auf der Strecke Emden - Münster, die quer durchs Emsland führt, an den Adventswochenenden größere Züge ein. Grund sind Erfahrungen aus dem Vorjahr, als in Leer hunderte Fahrgäste am Bahnsteig zurückbleiben mussten.

Der Vorfall hatte kurz vor Weihnachten 2015 für Wirbel gesorgt: Geschätzte 2000 Menschen hatten sich am vierten Adventssonntag abends auf den Bahnsteig in Leer begeben, um mit dem letzten Zug in Richtung Emsland/Münster zu fahren. Das Problem: Platz in den Waggons war nur für etwa 400 Reisende (215 Sitz- und 185 Stehplätze).

Leser Jörg Feldmann hatte daraufhin von tumultartigen Zuständen, Schlägereien und einer Massenhysterie berichtet. Der Papenburger schilderte in einem Brief an die Westfalenbahn und an unsere Redaktion: „Nach Eintreffen des Zugs am Bahnhof in Leer stürzten sich die Reisenden in die Waggons und immer weitere quetschten sich durch die noch geöffneten Türen. Die Menschen türmten sich förmlich in den Zugabteilen. Einige Gäste legten sich sogar in die Ablagen für die Koffer. Es kam zu Schlägereien und Ausschreitungen.“

Doppelte Kapazität

Die Westfalenbahn, die die Strecke erst Anfang Dezember 2015, also wenige Tage vor dem Ereignis, übernommen hatte, begründete die Panne damals mit fehlenden Erfahrungswerten – und hat für dieses Jahr bereits Konsequenzen gezogen. „Für die Adventswochenenden bis einschließlich 23. Dezember konnten wir in Absprache mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) Verstärkerzüge realisieren“, teilte André Rahmer, bei der Westfalenbahn verantwortlich für den Bereich Marketing und Kommunikation, auf Anfrage mit.

(Weiterlesen: Wirbel nach chaotischen Szenen am Bahnsteig in Leer)

Das bedeutet: In dem genannten Zeitraum, also bereits am vergangenen Sonntag, verkehren somit auf der Strecke des Regionalexpress (RE) 15 in den meisten Fällen sogenannte Doppeltraktionen, also eine doppelte statt einfache Zugstärke, „um dem erhöhte Fahrgastaufkommen entgegen zu steuern“, so Rahmer. Die Kapazität steigt dadurch auf annähernd 800 Reisende.

Letzter Zug bis Meppen um 22.30 Uhr

Laut Fahrplanauskunft fährt der letzte Zug am Sonntag in Leer um 22.30 Uhr ab, erreicht Papenburg nach neun Minuten, Meppen planmäßig um 23.13 Uhr. Dort endet dieser Zug. Wer nach Lingen oder sogar weiter möchte, muss den Zug um 21.08 Uhr ab Leer nehmen.


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