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Mehr Zeit für neue Pläne benötigt Landkreis Leer sagt Gespräche zur Friesenbrücke ab

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Im Dezember 2015 ist die Friesenbrücke bei Weener durch den Zusammenstoß mit einem Frachtschiff fast vollständig zerstört worden. Foto: Kai-Uwe HankenIm Dezember 2015 ist die Friesenbrücke bei Weener durch den Zusammenstoß mit einem Frachtschiff fast vollständig zerstört worden. Foto: Kai-Uwe Hanken

Leer. Der Landkreis Leer hat die für Montag geplanten Gespräche hochrangiger Vertreter aus Politik, Verwaltung, der Bahn und der Wirtschaft zur Friesenbrücke abgesagt. Das geht aus einer Mitteilung des Landkreises hervor.

Grund für die Verlegung sind „zwischenzeitlich geführte Gespräche zwischen der Meyer-Werft und der Deutschen Bahn über einen Neubau der Eisenbahnbrücke“, heißt es in der Mitteilung. Die Bahn hatte ihrerseits aufgrund der aktuellen Gespräche die für den 21. Dezember vorgesehene Sitzung der Task-Force abgesagt, heißt es weiter.

Das Gespräch sollte im Maritimen Kompetenzzentrum (Mariko) in Leer stattfinden. Diskutiert werden sollte über das Ansinnen der Meyer Werft, die Brücke neu zubauen statt sie „nur“ zu reparieren. Das Ziel war, ein einheitliches Meinungsbild darüber zu finden, ob die Werft-Interessen unterstützt werden sollen oder nicht.

Es wird nun erwartet, dass im Januar konkrete Unterlagen zu den Kosten und zur Dauer des Baus einer neuen Brücke vorliegen. Einen neuen Termin nannte der Landkreis aber nicht. Die Meyer Werft hatte Anfang November bei einem Besuch von Bahn-Chef Rüdiger Grube darauf gedrängt, einen Plan B zu entwickeln, der eine ausgeweitete Durchfahrtsbreite von 56 Meter und eine weitere Modernisierung der Brücke vorsieht, damit die Friesenbrücke über die gleichen Bedingungen wie die Jann-Berghaus-Brücke in Leer verfügt. „Nur so ist die Friesenbrücke zukunftssicher“, sagte damals Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft. Die Erarbeitung von Plänen benötigt nun offenbar mehr Zeit.

Bürger laufen allerdings Sturm gegen dieses Vorhaben, denn dies würde zwangsläufig mehr Kosten und eine längere Bauzeit nach sich ziehen. So ist am kommenden Samstag, wie berichtet , eine Mahnwache an der Brücke geplant. Am ersten Jahrestag des Brückenunglücks wollen die Menschen ein Zeichen setzen für einen schnellen Wiederaufbau der Brücke – und den Meyer-Plänen eine Absage erteilen.

Planung für Wiederauf- statt Neubau wird fortgesetzt

Der Landkreis Leer betont in der Mitteilung am Mittwoch: Die Planungen für den Plan A, also den Wiederaufbau, werden mit unverminderter Geschwindigkeit fortgesetzt. „Wir verlieren keine Zeit, sondern prüfen parallel mögliche Varianten“, versicherte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies laut Mitteilung dem Leeraner Landrat Matthias Groote. Dieser Plan A für die Eisenbahnklappbrücke sieht eine Wiederherstellung nach alter Konstruktion mit neuer Technik vor. Die Pfeiler an sich würden dafür aber erhalten bleiben, was langfristig für Probleme bei der Überführung der immer größer werdenden Kreuzfahrtschiffe sorgen könnte.


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