Barmherzige Tat in Adventszeit Leer: Unbekannter gibt 30 Euro und verhindert Haft für Mann

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Der Unbekannte hatte sich zufällig am benachbarten Geldautomat befunden und mitbekommen, dass der 36-Jährige nicht genug Geld abheben konnte, um die Geldstrafe begleichen zu können. Symbolfoto: Tobias Kleinschmidt/dpaDer Unbekannte hatte sich zufällig am benachbarten Geldautomat befunden und mitbekommen, dass der 36-Jährige nicht genug Geld abheben konnte, um die Geldstrafe begleichen zu können. Symbolfoto: Tobias Kleinschmidt/dpa

dgt/pm Leer. Eine nicht alltägliche Form von Menschlichkeit in der derzeitigen Adventszeit hat ein Unbekannter am Dienstag in Weener gezeigt. Er spendete einem 36-Jährigen, dem 30 Euro zur Verhinderung einer Haftstrafe fehlten, spontan das fehlende Geld und verhinderte dadurch einen zweiwöchigen Aufenthalt in einer Justizvollzugsanstalt.

Der 36-jährige Mann war gegen 14:20 Uhr im Bahnhof Leer von Bundespolizisten kontrolliert worden, heißt es in einer Mitteilung der Beamten von Mittwoch. Bei der Überprüfung der Personalien stellte sich heraus, dass der Mann durch die Staatsanwaltschaft Osnabrück gesucht wurde. Der Mann hatte einen Strafbefehl vom Amtsgericht Papenburg wegen Trunkenheit im Verkehr nicht bezahlt und war auch der Aufforderung zum Strafantritt nicht gefolgt.

Darum hatte der 36-Jährige jetzt noch eine Restersatzfreiheitsstrafe von 14 Tagen zu verbüßen. Nur durch die sofortige Bezahlung der noch offenen Geldstrafe von 260 Euro konnte er die drohende Haft noch abwenden. Zum Zeitpunkt der Kontrolle hatte der 36-Jährige aber nur 140 Euro an Bargeld dabei.

Es begann eine verzweifelte Suche nach weiterem Bargeld. Die Streife der Bundespolizei kutschierte den Mann kurzerhand zum Geldautomaten seiner Hausbank in Weener, damit er dort das restliche Geld ziehen kann. Nach dem Eintippen der Geheimzahl war klar: Er konnte lediglich 90 Euro abheben. Es fehlten also 30 Euro zum Glück und der Abwendung der Haftstrafe.

Ohne zu zögern

Ein Mann, der dabei war, am benachbarten Geldautomaten Bares abzuheben, wurde auf die missliche Situation aufmerksam. „Ohne zu zögern, nahm er 30 Euro aus seiner Brieftasche und übergab den fehlenden Betrag an den 36-Jährigen“, heißt es in der Meldung der Bundespolizei. Der hilfsbereite Mann sagte den Einsatzkräften zufolge zu seiner barmherzigen Tat: „Hier ist das fehlende Geld, damit der arme Mann nicht ins Gefängnis muss. Er hat doch wohl offensichtlich schon genug Probleme.“

Geldgeber und Empfänger kannten sich vorher nicht. Zum Grund seines Handelns erklärte der Fremde nur, dass er früher auch schon mal in einer Situation war in der ihm Freunde und Familie geholfen hätten. Ihm gehe es jetzt gut und die 30 Euro würden ihm nicht wehtun.

Der sichtlich überraschte 36-Jährige bedankte sich mehrfach bei dem Mann, der ihn gerade noch vor einem Gefängnisaufenthalt bewahrte, ehe dieser sich unerkannt verabschiedete.