340.000 Kubikmeter Bodenaushub Masterplan Ems: Tidepolder in Coldemüntje rückt näher

Der im Rahmen des Masterplan Ems geplante Tidepolder in Coldemüntje rückt näher. Für den etwa 30 Hektar großen Polder muss etwa 340.000 Kubikmeter Boden ausgehoben werden. Eine Entscheidung fällt Ende Januar. Symbolfoto: dpaDer im Rahmen des Masterplan Ems geplante Tidepolder in Coldemüntje rückt näher. Für den etwa 30 Hektar großen Polder muss etwa 340.000 Kubikmeter Boden ausgehoben werden. Eine Entscheidung fällt Ende Januar. Symbolfoto: dpa

pm/dgt Westoverledingen. Der im Rahmen des Masterplan Ems geplante Tidepolder in Coldemüntje rückt näher. Für den etwa 30 Hektar großen Polder muss etwa 340.000 Kubikmeter Boden ausgehoben werden. Eine Entscheidung fällt Ende Januar.

Über Einzelheiten wurden am Montag Vertreter der Gemeinde Westoverledingen durch den Arbeitskreis „Wasserbauliche Maßnahmen/Weitere Maßnahmen und Konzepte“ informiert. Das geht aus einer Mitteilung der Masterplan-Geschäftsstelle in Oldenburg hervor.

Ziel des Treffens sei, über den Fortgang der Planungen zur Maßnahme „Tidepolder Coldemüntje“ zu informieren, heißt es in der Mitteilung. Zur Herstellung des Polders müssen etwa 340.000 Kubikmeter Klei und Mischboden aus der Fläche entnommen werden. Geplant ist, dieses Material im Deichbau beziehungsweise im Verkehrswegebau einzusetzen. Der mit der Planung beauftragte Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht aktuell davon aus, dass das Material innerhalb eines fünf Kilometer breiten Radius zunächst abgelagert werden kann, da konkrete Baumaßnahmen noch nicht anstehen und das Material auch noch trocknen muss.

(Weiterlesen: Umweltminister informiert sich über Masterplan Ems)

Eine Vielzahl von Transportfahrzeugen müssen das Material auf diese Ablagerungsfläche bringen. Auch deshalb gilt das Projekt in der Bevölkerung als umstritten . Um Störungen und Beeinträchtigungen von betroffenen Anwohnern möglichst weit zu minimieren, sollen diese Fahrten hauptsächlich entlang des Deichverteidigungsweges erfolgen. Die konkreten Fahrtrouten werden mit der Gemeinde und dem Landkreis detailliert abgestimmt, heißt es. Dazu wurde vereinbart, dass die Gemeinde Westoverledingen fortlaufend über den Stand der Planungen unterrichtet wird. Die Bedenken und Anregungen aus der Gemeinde sollen in die weiteren Überlegungen einbezogen werden.

Entscheidung fällt Ende Januar

Durch den geplanten, rund 30 Hektar großen Tidepolder sollen im Bereich der ehemaligen Emsschleife bei Grotegaste/Coldemüntje naturnahe, ästuartypische Lebensräume wiederhergestellt werden. Ob das Projekt umgesetzt werden soll, entscheidet Ende Januar der Lenkungsausschuss zum Masterplan Ems 2050. Dem gehören auch Vertreter der beteiligten Meyer Werft in Papenburg an.

Auf einen dementsprechenden Beschluss folgt ein öffentlich-rechtliches wasserrechtliches Zulassungsverfahren beim Landkreis Leer. Die Federführung für die Planung und ggf. die spätere Umsetzung dieser Maßnahme hat der NLWKN, Geschäftsbereich Naturschutz der Betriebsstelle Brake-Oldenburg.

Zu den Kosten des Projekts werden in der Mitteilung keine Aussagen gemacht, sie dürften aber im niedrigen Millionen-Euro-Bereich liegen. Auch im Bereich Vellage bei Weener ist ein derartiger Polder geplant, der allerdings kleiner werden soll.


Weitere Berichte über den Masterplan Ems 2050 auf unserem Themenportal noz.de/masterplan-ems .

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