Anwohner planen Kundgebung Flagge zeigen für die Friesenbrücke in Weener

Von Friederike Kahmann

Wollen ein Signal setzen für den schnellen Wiederaufbau der Friesenbrücke: (von links) Fokko Kramer, Irmgard und Theo Kossen von der Anlieger-Initiative. Foto: HankenWollen ein Signal setzen für den schnellen Wiederaufbau der Friesenbrücke: (von links) Fokko Kramer, Irmgard und Theo Kossen von der Anlieger-Initiative. Foto: Hanken

Coldemüntje. Am 3. Dezember jährt sich das Unglück an der Friesenbrücke zum ersten Mal. Anwohner der östlichen Emsdörfer wollen am Jahrestag für einen schnellen Wiederaufbau demonstrieren. Sie hoffen dabei auch auf Unterstützung auf Weeneraner Seite.

„Wir haben lange geschwiegen. Jetzt ist es Zeit, das Schweigen zu brechen“, zeigt sich Irmgard Kossen aus Coldemüntje entschlossen. Zusammen mit ihrem Mann Theo sowie Nachbar Fokko Kramer berichtet sie über die Pläne ihrer Dorf-Initiative: Am Samstag, 3. Dezember, soll von 16 bis 18 Uhr an der Friesenbrücke eine Kundgebung starten. Die Anwohner wollen dann Flagge zeigen und den Vorschlag der Bahn unterstützen, die zerstörte Brücke zügig zu erneuern. Um 18.03 Uhr - dem Zeitpunkt des Unglücks - sollen Fackeln erlöschen, symbolisch dafür, dass bei dem Unfall buchstäblich die Lichter ausgegangen sind für die Jahrzehnte alte Verbindung zwischen Weener und Westoverledingen.

Längere Bauzeit keine Option für Dorfinitiative

Mit der Aktion wollen die Bürger auch ein klares Signal für den “Brücken-Gipfel„ im Maritimen Kompetenzzentrum Leer setzen, zu dem Landrat Matthias Groote am 5. Dezember eingeladen hat. Bei diesem Treffen soll über den Vorstoß der Meyer Werft diskutiert werden, die bekanntlich einen kompletten Neubau der Brücke mit breiterer Durchfahrt für den Schiffsverkehr wünscht. Entsprechend würde sich die Bauzeit auf zehn Jahre verlängern.

Das ist jedoch keine Option für die Mitglieder der Dorfinitiative, der an die 20 Bürger angehören. Sie fordern eine schnelle Umsetzung der Reparatur auf Grundlage des Bahn-Vorschlags. Bekanntlich war bei einer Info-Veranstaltung in Weener am 2. November eine Variante vorgestellt worden, bei der die Brücke bis 2021 für 30 Millionen Euro repariert werden sollte - eine Variante, mit der auch die Anlieger hätten leben können. Damit haben wir uns abgefunden. Die Bahn hat das plausibel erklärt“, findet Theo Kossen. Seine Frau Irmgard wird noch deutlicher: „Ich finde es sehr unfair, dass Herr Meyer mit seinem Vorschlag kam, kurz bevor der Plan A vorgestellt wurde.“

„Stück Lebensqualität ist weg“

Als der Frachter „Emsmoon“ am Abend des 3. Dezember 2015 in die Friesenbrücke kracht, wird nicht nur eine Verbindung aus Stahl, sondern ein Band zwischen Menschen zerrissen: „Gerade die älteren Menschen sind immer noch stark nach Weener orientiert“, weiß Fokko Kramer. Ob Einkäufe, Arztbesuche oder Arbeitsstelle – die Friesenbrücke war für viele Einwohner von Mitling-Mark, Coldemüntje und Hilkenborg eine wichtige „Schlagader“. Auch touristisch (Fahrradrouten, Friesenbad etc.) kommt dem Bauwerk große Bedeutung zu. „Von hier aus sind bestimmt früher 50 Frühschwimmer nach Weener gefahren“, schätzt seine Frau Karin. „Ein Stück Lebensqualität ist jetzt weg“, bedauert Fokko Kramer.

Mitstreiter auf Weeneraner Seite gesucht

Darum wollen er und andere Einwohner am 3. Dezember bei Glühwein und Würstchen für den zügigen Wiederaufbau demonstrieren. Sie hoffen auf große Unterstützung, „damit die Meinung der Region“, die in der Konferenz am 5. Dezember gesucht wird, einfließen kann.Die Initiative sucht jetzt noch Mitstreiter, die auf Weeneraner Seite der Brücke eine parallele Kundgebung organisieren und bewerben. Infos gibt es bei Theo Kossen (Tel. 04951-3758, Handy: 0151-12252987) oder Robert Hensmann (04951-8742).


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