„Prinz Heinrich“ wird überprüft In Papenburg gebauter Dampfer bald wieder seetüchtig?

Im Leeraner Industriehafen soll die Prinz Heinrich am Mittwoch an Land gezogen werden, um deren „Unterwasserboot“ prüfen zu können. Foto: Dirk HellmersIm Leeraner Industriehafen soll die Prinz Heinrich am Mittwoch an Land gezogen werden, um deren „Unterwasserboot“ prüfen zu können. Foto: Dirk Hellmers

Leer. Jetzt wird es ernst: Am Mittwoch soll der Traditionsdampfer „Prinz Heinrich“ in Leer an Land gehen. Dort ist für Montag die letzte entscheidende Untersuchung geplant, um nach 13 Jahren Restaurationszeit wieder als seetüchtig eingestuft zu werden.

Die Anspannung ist Dr. Wolfgang Hofer, Vorsitzender des Vereins für das 1909 auf der Meyer Werft in Papenburg erbaute Schiff, anzumerken – die Enttäuschung ebenfalls. Eigentlich sollte das Schiff bereits am Dienstag an Land gezogen werden. Nach Verspätungen mit dem Schlepper wurde das auf den Mittwoch verschoben. „Es wird zu früh dunkel“, sagt Hofer. Übernachten muss das Schiff nun auf der Slipanlage im Leeraner Industriehafen – allerdings noch im Wasser. Hofer hätte gerne noch den Zustand des Unterwasserbootes, also der Teil, der normalerweise unter Wasser liegt, gesehen. Auch befürchtet er, dass das Schiff auf dem Weg an Land zu kippen droht. (Weiterlesen: Reparaturzeit neigt sich nach 13 Jahren dem Ende)

Dampfschiff ist nationales Kulturdenkmal

Hofer hatte das mittlerweile als nationales Kulturdenkmal eingestufte Dampfschiff in Rostock kurz vor der geplanten Verschrottung aufgestöbert. Seit 2003 kümmert sich der Verein um die Restaurierung, die aufgrund von steigenden Kosten immer wieder in die Länge gezogen wurde. Am Montag steht die hoffentlich letzte Hürde an: Die Berufsgenossenschaft will das Unterwasserboot prüfen. Die restlichen Teile des Schiffes seien immer kurz nach der Instandsetzung überprüft worden. Sollte es nach der Untersuchung grünes Licht geben, sollen die ersten Erprobungsfahrten im Leeraner Hafen und später auf der Ems angesetzt werden. Um den Kessel auf Betriebstemperatur zu bekommen, muss rund einen Tag lang vorgeheizt werden.

Schiff muss von unten gereinigt werden

Bis dahin stehen aber auch für die ehrenamtlichen Helfer einige Arbeiten an, sagt Hofer. „Das Schiff muss noch von unten gereinigt werden“, sagt Hofer. Das soll am besten direkt nach dem slippen geschehen. „Sonst trocknet das an.“ Eine Frage, die sich Hofer stellt: „Hält der Lack das aus?“ Schließlich läge das Schiff seit seiner Ankunft in Leer vor 13 Jahren im Wasser. Hofer hofft, dass es bald nur noch Fragen zum Kurs gibt. Die Erste kann er bereits klar beantworten. Die Jungfernfahrt soll zur Meyer Werft gehen – dort, wo das Schiff vor 107 Jahren vom Stapel lief.


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