Stärkere Kooperation gefordert Masterplan Ems: Mehr Unterstützung aus Niederlanden

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Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) war gestern beim Emssperrwerk in Gandersum und hat über den Stand der Dinge in Sachen „Masterplan Ems 2050“ berichtet. Foto: Mirco MoormannNiedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) war gestern beim Emssperrwerk in Gandersum und hat über den Stand der Dinge in Sachen „Masterplan Ems 2050“ berichtet. Foto: Mirco Moormann

Gandersum. Der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hat am Mittwoch bei einem Besuch des Emssperrwerks in Gandersum (Landkreis Leer) eine stärkere Beteiligung der Niederlanden bei der Umsetzung des Masterplans Ems gefordert.

Zuvor hatte Wenzel eine Fahrt auf der Ems begleitet, bei der Messungen zur Wasserqualität vorgenommen wurden. Das Gewässer sei, so Wenzel, „extrem mit Schlick belastet“. Generell sei der Masterplan „auf einem guten Weg“, so Wenzel.

Um die Verbesserung der Wasserqualität zu erreichen, werden derzeit drei Alternativen getestet. Zwei davon – die Tidesteuerung und eine Sohlschwelle – könnten direkt am Sperrwerk installiert werden. Die dritte Möglichkeit der Schlickreduktion soll durch Polder, wie derzeit in Vellage getestet wird, erreicht werden.

Welche der drei Maßnahmen letztlich durchgeführt werden, oder ob es gar eine Kombination der Alternativen gibt, ließ Wenzel am Mittwoch offen. Die Machbarkeitsstudie, die zum Ende des Jahres fertig sein soll, werde Aufschluss darüber geben, so der Minister. Vorab wollte er keine Prognose abgeben. Derzeit würden noch Modellrechnungen erstellt, mit deren Hilfe dann für Klarheit gesorgt werden soll.

Die Gezeiten sollen mit einer Sohlschwelle im Flussbett vor dem Sperrwerk beeinflusst werden. Ebenfalls soll der Schlickeintrag durch eine Tidensteuerung der Sperrwerk-Tore verringert werden.

Was Wenzel am Mittwoch forderte, war eine stärkere Beteiligung der Niederlande an den Ausbaggerarbeiten in der Ems. Ein „ökologisches Sedimentmanagement“ solle dabei helfen. Die enormen Schlickmassen auf dem Grund des Flusses seien „außergewöhnlich“, so Wenzel. Für die Baggerungen müsse der Bund Hunderte von Millionen Euro pro Jahr aufwenden.

Was die Arbeiten am Probepolder Vellage angeht, so habe man im Zuge der jüngsten Überführung des Meyer-Schiffs einen Ponton in den Altarm bei Vellage geschoben und dort Bohrungen vorgenommen. Die Ergebnisse zur Beschaffenheit des Bodens sollen voraussichtlich im November vorliegen. Danach stehe dann fest, ob der Altarm für eine Polderfläche, die bei Hochwasser überschwemmt werden und dann der Schlick abgelagert werden soll, geeignet ist.

Um den jahrzehntealten Konflikt zwischen Naturschutz und Wirtschaftsinteressen an der Ems beizulegen, haben Landes- und Bundesregierung, Naturschutzverbände, Landkreise, die Stadt Emden und die Meyer Werft den Masterplan Ems beschlossen. Er soll die Wasserqualität der Ems bis 2050 verbessern und vor allem das Schlickproblem lösen.

Über die Ems werden die Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft von Papenburg aus in die Nordsee überführt. Trotz Protesten ist der Fluss in den vergangenen Jahren immer wieder an die Anforderungen der Luxusliner angepasst worden. Das sichert einerseits Tausende von Arbeitsplätzen bei der Werft und bei den Zulieferern. Der Preis aus Sicht der Naturschützer sind Schäden am Fluss: Der Verlauf der Gezeiten ist gestört, große Mengen von Schlick werden flussaufwärts gedrückt und müssen mit Millionenaufwand ausgebaggert werden.


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