Proben für geplanten Polder entnommen Bohrungen im Ems-Altarm bei Vellage erfolgreich

Mit einer auf einem Ponton befestigten Vorrichtung wurden die Bohrungen im Altarm der Ems bei Vellage durchgeführt. Foto: NLWKNMit einer auf einem Ponton befestigten Vorrichtung wurden die Bohrungen im Altarm der Ems bei Vellage durchgeführt. Foto: NLWKN

Vellage. Der dritte Versuch, Bodenproben für die Planung eines Tidespeichers im Ems-Altarm Vellage zu entnehmen, war erfolgreich: Am Wochenende konnten von dem eigens zusammengestellten Ponton alle vorgesehenen Bohrpunkte erreicht werden.

Das teilte die Geschäftsstelle des Masterplans Ems 2050 beim Amt für Regionale Landesentwicklung (ARL) in Oldenburg mit. Die Bohrkerne werden zunächst in einem Ingenieurbüro auf ihre geologische Zusammensetzung geprüft, um Bodenprofile zu erstellen. Jetzt werden die Proben in ein Labor geschickt, um die chemische Zusammensetzung zu ermitteln. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse gehen dann die Planungen für den Tidespeicher Vellage weiter.

Der Ponton war am Samstag mit einem Schlepper in den Altarm geschoben worden. Die Fachleute vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und von zwei Fachfirmen nutzten den Emsaufstau für die Überführung des Meyer-Neubaus „Genting Dream“. Der dadurch gegebene permanent hohe Wasserstand machte es möglich, mit dem Schlepper-Ponton-Gespann, auf dem ein LKW mit Bohrturm montiert war, die vorgesehenen Bohrpunkte anzufahren. Die Arbeiten waren am Sonntagabend abgeschlossen.

Zuvor waren im Frühjahr und im Juli zwei Versuche gescheitert, von Amphibienfahrzeugen aus die Proben zu entnehmen. Die Bohrungen sollen Aufschluss darüber geben, mit welchen Materialien man es zu tun bekommt, wenn der Altarm ausgebaggert werden sollte. Diese Erkenntnisse fließen in das beim NLWKN angesiedelte Genehmigungsverfahren für das Tidespeicherbecken ein.

Wasserqualität verbessern

Der Bau von Tidespeichern ist eine der möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität, die die Vertragspartner des Masterplans Ems 2050 auf ihre Machbarkeit hin prüfen lassen. Um die Schlickbelastung der Ems zu mindern, werden drei Maßnahmen untersucht: Eine Sohlschwelle am Emssperrwerk, eine Tidesteuerung durch das Emssperrwerk – und Tidespeicher. Die letztgenannte Idee soll in Vellage erprobt werden.

Bei Flut soll in dem Polder ein Teil der einströmenden Tide zwischengespeichert werden, um bei ablaufendem Wasser den Ebbstrom zu unterstützen und damit Schlick aus dem Fluss herauszuspülen. Die dieser Annahme zugrundeliegenden mathematischen Modelle sollen mit dem Pilotpolder Vellage kalibiriert werden. Die Testphase soll zwei Jahre dauern.


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