Arbeiten beginnen Samstag Ponton für Bodenproben im Polder Vellage montiert

Im Hafen von Jemgum liegt der Ponton, mit dem die Bohrungen am Wochenende vorgenommen werden sollen. Foto: Thorsten Kuchta/ArLIm Hafen von Jemgum liegt der Ponton, mit dem die Bohrungen am Wochenende vorgenommen werden sollen. Foto: Thorsten Kuchta/ArL

Vellage. Die Vorbereitungen für die Probebohrungen am Probepolder in Vellage laufen. Am Wochenende werden Bodenerkundungen mit einem Schwimmponton vorgenommen, wenn die Ems wegen der Überführung des Meyer-Schiffs „Genting Dream“ angestaut wird.

Im Hafen von Jemgum ist am Donnerstag das Ponton-Gespann montiert worden, von dem aus am Wochenende während des Ems-Aufstaus im Vellager Altarm der Ems Bodenproben genommen werden sollen. Das teilte die Geschäftsstelle des Masterplans Ems beim Amt für Regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg mit. Der Schlepper „Kap Horn“ wird den Ponton am Sonnabend von Papenburg aus über die Ems in den Altarm schieben. Auf dem Ponton ist ein LKW mit einer Bohr-Apparatur festgezurrt, durch einen Schacht in der Mitte des Pontons kann das Bohrgestänge in den Grund getrieben werden.

„Der Ponton hat lediglich einen Tiefgang von 47 Zentimetern“, berichtet Börchert Schoon vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der gemeinsam mit Stephanie Klack vom NLWKN die Arbeiten der zwei beauftragten Fachfirmen koordiniert. Der geringe Tiefgang nährt die Hoffnung der Experten, dass während des Emsaufstaus für die Überführung des Meyer Werft-Neubaus „Genting Dream“ am Wochenende von dem Ponton aus die Randbereiche des Altarms beprobt werden können. Der Schlepper soll von der tieferen mittigen Rinne aus den Ponton in Position schieben. Vorherige Versuche, die Proben von Amphibienfahrzeugen aus zu nehmen, waren wegen der schwierigen Bodenverhältnisse gescheitert.

Die Proben, die – wenn die Versuche am Wochenende von Erfolg gekrönt sind – in den nächsten Wochen eingehend analysiert werden sollen, dienen der weiteren Planung für das Tidespeicherbecken in Vellage. Erst danach kann über den Fortgang der Arbeiten am Tidespeicherbecken entschieden werden. Die Bohrungen sollen Aufschluss darüber geben, mit welchen Materialien man es zu tun bekommt, wenn der Altarm ausgebaggert werden sollte. Diese Erkenntnisse fließen in das beim NLWKN angesiedelte Genehmigungsverfahren für das Tidespeicherbecken ein.

Das Ponton-Gespann soll am Sonnabendmittag, wenn das Ems-Sperrwerk geschlossen wird, in den Altarm einfahren und dann rund 15 bis zu fünf Meter tiefe Bohrungen für die Bodenproben erledigen. Die Fachleute bleiben während des gesamten Wochenendes an Bord, um die aufwendigen Arbeiten zu erledigen. Ein Container mit Sozialräumen ist an Bord. Ob die Versuche von Erfolg gekrönt sind, wird am Ende des Emsaufstaus am frühen Montagmorgen feststehen.

Sollten die Bodenproben im Altarm trotz aller Bemühungen nicht genommen werden können, bedeutet das keinesfalls das „Aus“ für die Maßnahme in Vellage. In einer Fläche westlich des Altarms sind bereits Bodenproben entnommen worden. Auch hier wäre die Errichtung eines Speicherbeckens möglich – wie im Altarm in einer Größe von rund elf Hektar. Die Tide würde über den Altarm in diese Poldervariante einschwingen.

Bei dem geplanten Tidespeicherbecken in Vellage handelt sich um einen Pilotspeicher, mit dem die Modelle für diese Form der Ebbstromunterstützung kalibriert werden sollen. Tidespeicher, eine Sohlschwelle oder eine Tidesteuerung am Emssperrwerk sind die im Masterplan Ems 2050 zur Verbesserung der Wasserqualität genannten Maßnahmen, die derzeit in Machbarkeitsstudien überprüft werden.


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