Tidespeicher bei Vellage Ems-Überführung wird für Polderuntersuchung genutzt

Im Ems-Altarm bei Vellage soll der Pilotpolder entstehen. Foto: Archiv/Mirco MoormannIm Ems-Altarm bei Vellage soll der Pilotpolder entstehen. Foto: Archiv/Mirco Moormann

Vellage. Während der Überführung des neuen Kreuzfahrtschiffes der Meyer Werft, der „Genting Dream“, sollen im Zuge des Masterplan Ems geplanten Tidespeicher Vellage Proben genommen werden.

Nächster Bodenproben-Versuch am geplanten Tidespeicherbecken Vellage: Wenn der Meyer-Neubau auf der Ems in Richtung Nordsee überführt wird, nutzen die Fachleute des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gemeinsam mit zwei beauftragten Fachfirmen den Emsstau, um einen Ponton mit darauf montiertem Bohrgerät in den Altarm der Ems bei Vellage einzuschwimmen. Das teilt das Amt für regionale Landesentwicklung (Arle) mit.

Der Grund: Um die Zusammensetzung des dort vorliegenden Bodens zu erkunden, müssen laut Arle Bohrungen erfolgen. Wegen des weichen und schlickigen Grunds an den Uferzonen des Altarms seien im Frühjahr und im Juli zwei Versuche gescheitert, die notwendigen Bodenproben von einem Amphibienfahrzeug aus zu nehmen. Die Amphibienfahrzeuge fanden auf dem Untergrund keinen Halt und schafften es nicht, die vorgesehenen Bohrpunkte zu erreichen. Die Bohrungen sollen bis zu einer Tiefe von fünf Metern unter Geländeniveau reichen.

Bodenproben entscheiden über weitere Arbeiten am Speicherbecken

Erst wenn die Bodenproben genommen und analysiert seien, könne über den Fortgang der Arbeiten am Tidespeicherbecken entschieden werden. Die Bohrungen sollen Aufschluss darüber geben, mit welchen Materialien man es zu tun bekommt, wenn der Altarm ausgebaggert werden sollte. Diese Erkenntnisse fließen in das beim NLWKN angesiedelte Genehmigungsverfahren für das Tidespeicherbecken ein.

Sollten die Bodenproben im Altarm trotz aller Bemühungen nicht genommen werden können, bedeute das keinesfalls das „Aus“ für die Maßnahme in Vellage, sagt Kay Nitsche, Abteilungsleiter Naturschutz, Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Niedersächsischen Umweltministerium. In einer Fläche westlich des Altarms seien bereits Bodenproben entnommen worden. Auch hier wäre die Errichtung eines Speicherbeckens möglich – wie im Altarm in einer Größe von rund elf Hektar. Das Hochwasser würde über den Altarm in diese Poldervariante einschwingen.

Hoffnung, dass Boden des Altarms aus Emsschlick besteht

Der Tidespeicher im Altarm sei die Vorzugsvariante, sagt Nitsche. An dieser Stelle müsste deutlich weniger Material bewegt werden. Es bestehe die Hoffnung, dass der Grund des Altarms aus Emsschlick besteht, der einfacher unterzubringen wäre, als das „inhomogenere Material“, das bei der bereits beprobten Variante anfallen würde.

Die ursprünglich vorgesehene Variante eines 20 Hektar großen Tidepolders wurde wegen der riesigen Aushubmengen und teilweise belasteten Böden im Plangebiet verworfen. Die jetzt geplanten Poldergrößen würden dennoch belastbare Daten für die Validierung des Modells „Tidespeicherbecken“ liefern können, teilte die Forschungsstelle Küste des NLWKN mit.


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