Hopmann ehrt das Plattdeutsche Humorvolle Erinnerung an die Kindheit im Emsland

Das Titelbildauf dem Buchdeckel, „Großvater und Enkel beim Essen“, ist von Ignaz Böckenholt, archiviert im Medienzentrum für Westfalen. Foto/Repro: S. Risius-HartwigDas Titelbildauf dem Buchdeckel, „Großvater und Enkel beim Essen“, ist von Ignaz Böckenholt, archiviert im Medienzentrum für Westfalen. Foto/Repro: S. Risius-Hartwig

Emsbüren. Das zweite Buch von Hans Hopmann ist wieder eine Huldigung der plattdeutschen Sprache. „Mir liegt das Platt sehr am Herzen,“ bekräftigt der pensionierte Gymnasiallehrer für Naturwissenschaften.

Wie schon sein Erstling „Dat is mähr äs in‘t Näppken gäht“ sammelt der gebürtige Südemsländer „Döönkes, Vertellsels un Riemsles“ aus seiner Kindheit. In Ahlde, einem Ortsteil der Gemeinde Emsbüren auf dem Hof Albers groß geworden, wird er in seiner Heimat noch heute Olbers Hans genannt.

In Münster, seinem heutigen Wohnort, pflegt Hopmann das Plattdeutsche in einem Gesprächskreis. In „Dat is jüst mündkesmaote“ zeigt er, wie humorvoll unterhaltend und gleichzeitig sachlich informierend diese Mundart sein kann. Dabei geht es um Menschliches in alltäglichen Lebenssituationen. Quellen der Geschichten und Gedichte sind persönliche Erlebnisse und Erfahrungen des Autors aus seiner Kindheit und Jugend im Emsland.

Ein 15 Seiten umfassendes Wörterverzeichnis ermöglicht das Verständnis auch denen, die entweder wenig Platt sprechen oder eine regional unterschiedliche Färbung des Niederdeutschen kennen. Die Begriffe werden aber nicht nur übersetzt, sondern gegebenenfalls auch erklärt. Den Begriff „Wiemel“ zum Beispiel, beschreibt der Autor, denn so etwas gibt es in modernen Haushalten nicht mehr: „Gestell über dem Herd zum Trocknen von Wurst und Schinken.“ Nicht schwer, zu erraten, was demzufolge „Wiemelgemöös“ sein muss. Richtig, das ist der scherzhafte Ausdruck für Wurst und Speck, nicht für Vegetarier geeignet.

Seine Schreibweise hat Hopmann so angepasst, dass Grafschafter, Münster- wie Emsländer die Texte leicht erfassen können und sich dabei unter anderem im Hümmlinger Wörterbuch von Heinrich Book und Hans Taubken (Sögel) sowie im Wörterbuch in emsländischer Mundart „Use Platt van A-Z“ von Josef G. Schmidt (Meppen) Orientierungshilfe gesucht.

Schmunzelfaktor hat besonders ein Kapitel, in dem Hopmann für lateinische Weisheiten das Plattdeutsche Pendant findet: „Consuetudo quasi altera natura“ zum Beispiel heißt übersetzt „Gewohnheit ist wie eine zweite Natur“ und im Plattdeutschen kennt man das natürlich auch, denn „“Wenn‘t wennt bis, kans‘t Kiddeln met de Messforke häbben.“

„Dat is jüst mündkesmaote“ ist im edition winterwork Verlag erschienen, hat 202 Seiten, zahlreichen Fotografien und Abbildungen und kostet 12.90 Euro.


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