Theo Reemts plant nächste Schritte Kreistagspolitiker kämpft um Fehnland als Welterbe

Von Martina Pieper

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Wenn es nach Theo Reemts geht, wird das Fehnland als Welterbe anerkannt. Foto: Martina PieperWenn es nach Theo Reemts geht, wird das Fehnland als Welterbe anerkannt. Foto: Martina Pieper

Rhauderfehn. Theo Reemts, parteiloser Leeraner Kreistagsabgeordner aus Rhauderfehn, kämpft um die Anerkennung des Fehngebietes als Welterbe Fehnland.

„Das hat Lebensqualität, wenn wir es hinkriegen“, sagt er. Das Zentrum des neuen Fehnlandes wäre der Landkreis Leer. Ein Konzept hat es in den 80-er Jahren schon einmal gegeben, das Fehnprogramm des Landes Niedersachsen, das jedoch seit der Wiedervereinigung nicht weitergeführt wurde, wie Reemts bedauert.

Nun ergeben sich nach seinen Worten neue Möglichkeiten durch die Beantragung zum Welterbe. Das Gebiet des zukünftigen Welterbes Fehnland soll von Cloppenburg bis Großefehn und von Barßel, Teile des Saterlandes und grenzübergreifend bis in die Provinz Groningen in den Niederlanden reichen, wie Reemts erklärt.

Ein grenzübergreifendes, zusammenhängendes Gebiet, in dem die Kanäle und Wieken ein von Menschenhand geschaffenes, technisches Bauwerk sind, sind Voraussetzungen zur Anerkennung als Welterbe. Ein weiteres verbindendes Merkmal ist die gemeinsame Sprache, das Plattdeutsche, eine Grundsprache mit regionsspezifischen Varianten, das nur so in Fehnland gesprochen wird. Die besondere Bedeutung von Nachbarschaftsverhältnissen und eine einzigartige Kultur, wie der Teegenuss, erfüllen weitere Voraussetzungen, die von der Welterbekommission in Paris gefordert werden.

Reemts will die Bewohner in Fehnland dafür sensibilisieren, dass sie einen einzigartigen Schatz vor der Tür liegen haben, den es zu bewahren, zu pflegen und weiterzuentwickeln gilt.

Beseitigung von Bewuchs, Ausbaggerungen und der Bau von fehntypischen Brücken sind Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Fehnlands, ebenso wie der Erhalt von typischen Fehnhäusern, erklärt er. Über all das sollte sensibel miteinander geredet werden, insbesondere dann wenn es um Denkmalschutz geht, wie Reemts ausführt. „Wir haben hier keine Industrie, die Anerkennung zum Welterbe würde den Tourismus befördern“, nennt er als Argument für die Beantragung.

Verbindungen der Wasserwege sollten wieder hergestellt werden. An Sportboote denkt Reemts dabei nicht, eher an Paddelboote. Ein Anschluss nach Papenburg sollte geschaffen werden und in Klostermoor könnte ein kleiner Bootshafen entstehen. Weitere Orte könnten zusätzlich für den Tourismus erschlossen werden, sind einige seiner Ideen.

In Stickhausen in der Gemeinde Detern hat man bereits reagiert. Die Arbeitsgruppe Dorferneuerung hat in ihren Maßnahmenkatalog die Anlage eines neuen Schiffsanlegers an der Jümmebrücke zwischen Burg und Alter Zollstation aufgenommen, den es hier bis zum Zweiten Weltkrieg bereits gegeben hat. Der Hafen Stickhausen war im 19. Jahrhundert zentraler Knotenpunkt zwischen Holland und Bremen, Münster und Barßel. Mit dem Schiffsanleger will man wieder eine Verbindung für Fahrgastschiffe zwischen Leer und Stickhausen ermöglichen. Eine Schiffsverbindung mit Barßel scheiterte in den 80-er Jahren an der Klappbarmachung einer Brücke, die von einer Bürgerinitiative verhindert wurde. Im März wird der Gemeinderat über den Anleger in Stickhausen beraten, so Franz-Gerhard Brakenhoff, Bürgermeister der Gemeinde Detern. Er und auch Klaus-Dieter Bleeker, Leiter des Tourismusbüros in Detern, sehen dies als wichtige Maßnahme zur Belebung des Tourismus.

Der Antrag für die Anerkennung Welterbe müsste zunächst vom Landkreis genehmigt werden, wurde jedoch vom Kreisausschuss in 2014 abgelehnt. Reemts gibt nicht auf und fordert weiterhin vom Landkreis die Weitergabe des Antrages über Land und Bund bis hin zur Welterbekommission.

Die nächsten Schritte, die Reemts geplant hat, sind die Erstellung eines Fotobandes, der die Fehnlandschaft von der Entstehung bis zum heutigen Zustand aufzeigt. Die Herstellung von Kontakten mit der Provinz Groningen stehen ebenso noch aus. Mitwirkende sind bei Reemts herzlich willkommen.

Am 21. April um 20 Uhr wird Reemts in der Alten Zollstation in Stickhausen (Von-Glan-Str 2) über das Welterbe Fehnland ausführlich informieren.


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