Waffen und Drogen sichergestellt Polizei zerschlägt Einbrecherbanden in Ostfriesland

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Leer. Großeinsatz in Ostfriesland: Bei 15 Hausdurchsuchungen hat die Polizei am Dienstag sieben Personen festgenommen sowie Waffen, Rauschgift, Bargeld und Schmuck aus Einbrüchen sichergestellt. An der Razzia waren rund 300 Einsatzkräfte beteiligt. Die Polizei spricht von einem „bedeutenden Schlag gegen ein kriminelles Netzwerk“.

Wie die Beamten am Nachmittag auf einer Pressekonferenz in Leer erklärten, lassen sich insgesamt etwa 35 Personen im Alter von 23 bis 42 Jahren in mehreren Gruppen mit mehr als 300 Straftaten in Verbindung bringen. Nach den Worten von Stephan Bohlken, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, waren die mutmaßlichen Täter in Leer und Aurich (Stadt und Landkreis), Emden, dem Emsland und dem Ammerland aktiv. Sie sollen für diverse Einbruchs- und Betrugsdelikte, schweren Raub und Drogenkriminalität verantwortlich sein. Die Gesamtschadenshöhe lässt Bohlken zufolge nicht genau beziffern, liege aber im oberen fünfstelligen Bereich. Zur Menge der gefundenen Waffen und Drogen wurden keine Angaben gemacht.

300 Einsatzkräfte

„Es war ein sehr erfolgreicher Tag für die Ermittler“, sagte der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Leer/Emden, Johannes Lind. Die Ermittlungen liefen unter Federführung der „Ermittlungsgruppe Rheiderland“ unter der Leitung von Heinrich Benthake. Die neun Mann Gruppe wurde im vergangenen Jahr gegründet, nachdem die Zahl der Einbrüche in der Region stark angestiegen war. Außer Benthakes Beamten waren unter anderem die Spezialeinsatzkommandos (SEK) Niedersachsen und Bremen, das Mobile Einsatzkommando Osnabrück sowie Hundeführer an dem Großeinsatz beteiligt. „Dass auch die SEKs dabei waren, zeigt, dass es auch hätte gefährlich werden können. Wir sind aber froh, dass alles gut ausgegangen ist“, sagte Lind. Bis auf eine Person, die sich bei der Festnahme gewehrt hätte, und dadurch leicht verletzt worden sei, sei niemand zu Schaden gekommen.

Mehrere Tätergruppen

Um 6 Uhr morgens begannen die ersten Zugriffe in Wohnungen und Häusern. Den ganzen Tag über seien Räume von Tatverdächtigen durchsucht worden. Benthake: „Es handelt sich um unterschiedliche Tätergruppierungen. Wir denken, dass diese zwar separat handelten, zum Teil aber miteinander kommunizierten.“ Die mutmaßlichen Täter kämen Benthake zufolge überwiegend aus der Region. Bis auf einen hätten alle die deutsche Staatsbürgerschaft. „Bei den Tätern war kein Flüchtling dabei, um es deutlich zu sagen“, erklärte er.

Bereits im vergangenen Jahr Festnahmen

Bereits im vergangenen Jahr hätten elf Tatverdächtige festgenommen werden, denen die Beteiligung an zahlreichen Einbruchdiebstählen und zum Teil schweren Raubdelikten vorgeworfen wird. Fünf von ihnen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. „Die Bevölkerung hat sich durch die vielen Einbrüche nicht mehr sicher gefühlt“, sagte Lind.

Region sei nun sicherer

Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Aurich, Katja Paulke, machte deutlich, dass Straftaten „keine Kavaliersdelikte“ seien. „Der heutige Tag macht deutlich: Wir in Ostfriesland sind auf Zack“, so Paulke. Es sei eine ausgezeichnete Zusammenarbeit Polizei und Staatsanwaltschaft gewesen. Lind hofft, dass dies ein entscheidender Schlag gegen die Kriminalität sei und fügte hinzu: „Die Region ist heute ein wenig sicherer geworden.“

Ermittlungen dauern noch an

Die Ermittlungen würden noch andauern. Weitere Ergebnisse werde es laut Lind in den nächsten Wochen und Monaten geben.


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