Profiler unterstützt Suche Lars Wunders Familie hofft auf neue Ansätze


Jemgum. Noch immer gibt es keine Hinweise auf den Verbleib des Jemgumers Lars Wunder. Ein Team des privaten Fernsehsenders RTL Nord hat nun Kontakt zwischen den Angehörigen und dem bekannten Profiler Axel Petermann hergestellt. Die Familie hofft, dass er einen Anhaltspunkt für das Verschwinden des 31-Jährigen findet, den sie selber bisher übersehen haben.

Große Landkarten liegen ausgebreitet auf dem Tisch des Feuerwehrhauses von Critzum. Farbige Klebestreifen markieren die Orte, die Antworten auf das geben könnten, was in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 2015 in dem kleinen ostfriesischen Dorf passiert ist. Seitdem wird Lars Wunder vermisst. Alle bisherigen Suchaktionen blieben ohne Erfolg. Auch zahlreiche Hinweise, die bei Wunders Frau Meike oder der Polizei eingegangen sind, führten zu keinen Ergebnissen. (Weiterlesen: Suche im Hafen von Leer ohne Ergebnisse)

Neue Hoffnung: Hilfe durch Profiler

Nun gibt es neue Hoffnung für die Familie von Lars Wunder. Durch das Team von RTL Nord entstand Kontakt zum bekannten Profiler Axel Petermann, der durch seine jahrelange Erfahrung im Bereich der sogenannten „Operativen Fallanalyse“ der Kriminalpolizei einen neuen Ansatz finden könnte. „Wir hoffen, dass Herr Petermann etwas sieht, was uns bisher nicht aufgefallen ist. Irgendeine Sache, die einen Hinweis darauf gibt, was mit Lars passiert ist“, sagt Wunders Schwiegervater Herbert Mühlena. Vor den großen Landkarten der Umgebung erzählen Mühlena sowie sein Neffe Johann Mühlena und Lars Wunders Arbeitskollege Detlef Korporal dem Bremer Profiler jedes Detail der bisherigen Ermittlungen. Sie zeigen ihm die Fährte Wunders, die die Polizeihunde angezeigt haben und markieren den Ort, an dem das Handy des Vermissten gefunden wurde. Gerade das gefundene Handy bereitet Herbert Mühlena Kopfzerbrechen: „Der Fundort des Handys in der Nähe des Feuerwehrhauses macht eigentlich keinen Sinn. Lars hat dieses nämlich vor 1 Uhr verlassen. Online war er mit dem Handy aber noch einmal um 2:30 Uhr. Wir fragen uns deswegen, warum das Handy in so kurzer Entfernung zum Feuerwehrhaus gefunden wurde.“ Für Axel Petermann sind diese Erzählungen wichtig, um sich ein Bild von der Situation zu machen: „Ich möchte verstehen, was an diesem Abend vorgefallen ist. Da kann jeder Hinweis wichtig sein.“ ( Weiterlesen: Suche nach Lars Wunder – nichts bleibt unversucht )

Spekulationen verärgern Schwiegervater nicht

Auch in den sozialen Medien diskutieren unter jedem Nachrichten-Post viele Menschen, was passiert sein könnte. Häufig kommt dort ein Satz auf: „Der ist bestimmt abgehauen“. Solche Spekulationen verärgern Mühlena allerdings nicht. Er könne verstehen, dass die Leute auf solche Gedanken kommen. Auch er selbst habe solche Gedanken gehabt, diese allerdings direkt wieder verworfen. „Lars ist dafür einfach nicht der Typ, das passt nicht. Er ist ein sehr familiärer Mensch. Gerade meiner Tochter und seiner Mutter würde er es nie antun, einfach so abzuhauen“, ist Mühlena überzeugt. Auch einen Selbstmord halten die Angehörigen für ausgeschlossen: „Da weist nichts drauf hin“, sagt sein Arbeitskollege Detlef Korporal. „Er war immer gut drauf, sehr hilfsbereit und bei vielen Dorf-Aktivitäten dabei. Probleme hatte er keine, nicht im Job und nicht privat.“ ( Weiterlesen: Bevölkerung gibt nicht auf )

Mittlerweile haben die Angehörigen drei Vermutungen, was passiert sein könnte: Wunder könnte auf dem Weg nach Hause angefahren und dann in ein Auto geschleppt worden sein. Wunder könnte einen Autofahrer gefunden haben, der ihn mit nach Jemgum genommen hat. Dies würde erklären, warum die Spur der Polizeihunde abrupt auf dem Weg zwischen Critzum und Jemgum abricht. Doch auch dann hätte Wunder wieder irgendwo auftauchen müssen. Die letzte Möglichkeit: Irgendetwas wurde übersehen. „Wir haben im Umkreis von 30 Kilometern wirklich jeden Stein umgedreht. Aber uns kann ja doch etwas entgangen sein. Vielleicht bringt uns nun Herr Petermann einen neuen Ansatz“, hofft Mühlena. ( Hier geht es zum Video der Suchaktion )

Am Mittwoch bei RTL Nord

Ob Axel Petermann den Angehörigen neue Ansätze zur Suche nach Lars Wunder bieten kann, ist am Mittwochabend um 18 Uhr in den Nachrichten von RTL Nord zu sehen.


Axel Petermann war viele Jahre bei der Kriminalpolizei als Leiter der Mordkommission. Er bearbeitete im Zuge dessen mehr als 1000 Fälle des unnatürlichen Todes. Von 2000 bis 2014 war er Leiter der Dienststelle „Operative Fallanalyse“ der Kriminalpolizei Bremen. Petermann vertritt den interdisziplinären kriminalistischen Ansatz des Profilings, wonach der Schlüssel zur Klärung eines Tötungsdeliktes durch die Interpretation der Spuren am Tatort, an der Leiche und die Analyse der Opferpersönlichkeit zu finden ist. Außerdem ist Petermann als Berater der Fernsehreihe „Tatort“ und als Buchautor tätig.

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