90000 Euro Gesamtkosten Orgel in Mitling-Mark soll restauriert werden

Von Hermann-Josef Döbber

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Die Sanierung der Orgel in der Kirchengmeinde Mitling-Mark auf den Weg bringen wollen (von links) Kirchenmusiker Gabor Klink-Spekker, Pastorin Bianca Spekker und Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke. Foto: Hermann-Josef DöbberDie Sanierung der Orgel in der Kirchengmeinde Mitling-Mark auf den Weg bringen wollen (von links) Kirchenmusiker Gabor Klink-Spekker, Pastorin Bianca Spekker und Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke. Foto: Hermann-Josef Döbber

Westoverledingen/Mitling-Mark. Seit dem Bau durch den Leeraner Brond der Grave Winter im Jahre 1860 ist die Orgel in der evangelisch-lutherischen Kirche ein Teil der Ortschaft Mitling-Mark. Null soll das Instrument vollständig restauriert werden, um Gemeinde und Gäste wieder mit dem früheren Klang zu verzaubern.

Die Orgel erfreute in den Gottesdiensten viele Menschen und war auch sonst der Mittelpunkt der kleinen Kirche. Im Ersten Weltkrieg jedoch musste sie einen herben Schlag hinnehmen. Um Kriegsgerät anzufertigen, entnahm man ihr die Prospektpfeifen. Doch auch der regelmäßige Einsatz über Jahrzehnte hinweg hinterließ immer deutlicher werdende Spuren, obwohl seitens der Kirchengemeinde für mehrere Reparaturen die nötigen Mittel besorgt wurden.

Befall mit Holzwürmern

Ein von Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke (Weener) erstelltes Gutachten zeigt auf, was auf den ersten Blick verborgen bleibt: Das Windsystem ist undicht, es gibt einen starken Befall mit Holzwürmern und das Innenpfeifenwerk ist überholungsbedürftig. Weitere von nur einigen Punkten in dem Gutachten sind eine abblätternde Manualklaviatur und verlorene Prospektpfeifen.

Dahlke rät zu einer gründlichen Restauration. Gerade auch deshalb, weil dieses Werk von Erbauer Brond de Grave Winter eine so „überdurchschnittliche handwerkliche Qualität, Raffinesse und stilistische Fortschrittlichkeit“ aufweise. Dahlke: „Das die Orgel so weitgehend erhalten geblieben ist, darf als besonderes Glück angesehen werden.“

Kosten von insgesamt 90000

EuroZum Erhalt möchte die Kirchengemeinde Pastorin Bianca Spekker zufolge die historische Schönheit in die Hände der Orgelbauwerkstatt Harm Kirschner in Stapelmoor geben. Laut Angebot belaufen sich die Kosten für eine vollständige Restauration auf insgesamt 90000 Euro. Die rund 130 Gemeindemitglieder haben 10000 Euro gespendet. Darüber hinaus sei die Gemeinde aber neben weiteren Spenden auch auf Zuschüsse etwa von der Landeskirche angewiesen.

Ganz leer ausgehen sollen die Unterstützer nicht. Damit die Orgel wieder im alten Glanz erstrahlt, haben sich Pastorin, der Kirchenrat, der Kirchenmusiker und die Gemeindemitglieder einige Aktionen einfallen lassen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das benötigte Geld in absehbarer Zeit zusammentragen können“, ist Kirchenrat Adolf Brink überzeugt.

Unter dem Motto „Geschichte bewahren, um Zukunft zu gestalten“, soll die restaurierte Orgel wieder stärker in das Gemeindeleben einbezogen werden. „Doch ein solch wertvolles Instrument soll auch über die Ortsgrenzen hinaus seinen Anklang finden“, sagt Kirchenmusiker Gabor Klink-Spekker, der die Maßnahme maßgeblich betreut. Auch er gibt sich zuversichtlich, dass die Restaurierung in den nächsten ein bis zwei Jahren gestartet werden kann.

Zusammenarbeit mit dem Organeum in Weener

Angedacht ist nach der Restaurierung des musikalischen Kleinods eine intensive Zusammenarbeit mit dem Organeum, der Orgelakademie Ostfrieslands, in Weener. Klink-Spekker zufolge ist vorgesehen, die Orgel mit den zum Teil bereits restaurierten in Driever, Esklum und Grotegaste in die „Romantische Orgelstraße Ostfriesland“ zu integrieren. Ein weiterer Schritt sieht vor, das Instrument in Zusammenhang mit dem benachbarten Freizeitheim Altes Pfarrhaus Mitling-Mark für Chöre und musikalische Ensembles nutzbar zu machen. Pastorin Spekker: „Dort kann in ruhiger Atmosphäre geprobt und zudem können Konzerte gegeben werden.


Von der Patenschaft bis zur Orgelspende

Patenschaft: Es besteht Möglichkeit der Übernahme einer Orgelpfeifenpatenschaft ab einem Betrag von 150 Euro. Auf www.mitling-mark.de können Unterstützer sich ihre Lieblingsorgelpfeife aussuchen. Von der Gemeinde gibt es dazu ein persönliches Zertifikat. Auch wird der Name des Paten an der restaurierten Orgel auf einer Platte verewigt.

Mettwurst-Orgelpfeifen: Die geräucherte oder luftgetrocknete Mettwurst ist exklusiv bei der Fleischerei Leggedör in Weener, an der mobilen Fleischtheke (Fahrpläne unter www.leggedör.de) oder über Kirchenratsmitglied Erika Baalmann, Telefon 04951/915530 zu bekommen sowie unter bestellung@kirche-mitling-mark.de bei der Kirchengemeinde. Vom Verkaufspreis von 5 Euro fließen 2 Euro direkt in den Fond zur Orgelrestauration.

Orgelspende: Auch die Unterstützung mit einer normalen Spende per Überweisung ist möglich. Nähere Informationen gibt es bei der Kirchengemeinde.

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