MS „Deutschland“ wird in Kiel umgebaut Ex-„Traumschiff“ kommt nicht nach Emden

Von Christoph Assies

Die MS „Deutschland“, die zuletzt für Plantours unterwegs war, wird auf der Kieler Lindenau-Werft umgebaut. Foto: dpaDie MS „Deutschland“, die zuletzt für Plantours unterwegs war, wird auf der Kieler Lindenau-Werft umgebaut. Foto: dpa

Emden/Kiel. Das Kreuzfahrtschiff „Deutschland“ aus der TV-Reihe „Traumschiff“ kommt nicht nach Emden zur Emder Werft und Dock GmbH (EWD) für Umbauarbeiten. Der Auftrag für einen rund vierwöchigen Werftaufenthalt wurde an die Kieler Lindenau-Werft vergeben.

Hier soll das 175 Meter lange Schiff für den neuen Eigentümer Absolute Nevada LLC zur „World Odysee“ umgebaut werden. Am Montag ist die letzte Kreuzfahrt in Kiel zu Ende gegangen. Direkt im Anschluss sind die Arbeiten an Bord des früheren „Traumschiffes“ zur Umgestaltung angelaufen. Der Luxusliner erhält unter anderem einen blau-weißen Anstrich. Geplant sind außerdem Arbeiten im Innenraum und auf den Außendecks. Mitte September soll das Schiff nach Angaben der Lindenau-Werft zu seinem nächsten, 220 Tagen langen Einsatz, aufbrechen.

„Wir freuen uns, die MS „Deutschland“ wieder einmal in unserem Werftenverbund begrüßen zu dürfen. Zuletzt machte sie 2001 für Instandsetzungsarbeiten bei unserer Schwesterwerft Nobiskrug in Rendsburg fest“, sagt Bernd Wittorf, Leiter des Reparaturgeschäfts, in einer Pressemitteilung. Die Bauwerft des 1998 abgelieferten Kreuzfahrtschiffes ist die damalige Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW) gewesen, deren Überwasserschiffbau heutzutage als German Naval Yards Kiel Teil des Lindenau-Werftenverbundes ist. „Auch deswegen fühlen wir uns mit der MS „Deutschland“ besonders verbunden“, so Wittorf.

Die „Deutschland“ lag nach der Insolvenz der Reederei Peter Deilmann wochenlang auf Gibraltar fest, bis sie im Frühjahr an den US-Konzern Absolute Nevada LLC verkauft wurde. Im Winter soll das Schiff an die Universitätsorganisation „Semester at Sea“ verchartert werden und als schwimmende Universität dienen.

Zuletzt war die „Deutschland“ für den Bremer Veranstalter Plantours im Einsatz. Das Unternehmen hatte das Schiff als Ersatz für ihr Flaggschiff „Hamburg“ gechartert, das bis vor wenigen Tagen für Reparaturarbeiten in der Lloyd Werft in Bremerhaven lag und nun wieder für Plantours im Einsatz ist.

Wie berichtet , hatte EWD sich für den Auftrag beworben. Im Rennen waren ebenso die Hamburger Werft Blohm & Voss und die Lloyd Werft in Bremerhaven. Von der EWD war am Dienstag keine Stellungnahme zu bekommen. Auch wenn die Emder Werft, die aus den Nordseewerken hervorgegangen ist, den Auftrag jetzt nicht bekommen hat, so ist für die „Deutschland“ im Frühjahr 2016 ein weiterer Werftaufenthalt geplant, der noch nicht vergeben wurde. Der neue Eigentümer des Schiffes möchte 52 Balkone auf Deck 8 des Schiffes nachrüsten. Zudem sind Umbauten im Sinne der US-Sicherheitsvorschriften notwendig. Neben weiteren Werft im In- und Ausland wäre das die zweite Chance für EWD in Emden, die „Deutschland“ umzubauen.