Unglück in Österreich Nach Unfall mit drei Toten: Große Anteilnahme in Rhauderfehn

Von Dirk Hellmers

Auf Zetteln vor dem Altar der Hoffnungskirche haben Trauernde ihre Anteilnahme dolumentiert. Foto: Dirk HellmersAuf Zetteln vor dem Altar der Hoffnungskirche haben Trauernde ihre Anteilnahme dolumentiert. Foto: Dirk Hellmers

Rhauderfehn. Nach dem Unfall mit drei Toten aus dem Kirchenkreis Rhauderfehn in Österreich hat für Superintendent Gerd Bohlen aus Rhauderfehn die Überführung der Opfer höchste Priorität.

Das erklärte der Leiter des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises am Montag in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Bohlen ist zurzeit mit den österreichischen Behörden in Gesprächen, um die Verstorbenen möglichst schnell in die Heimat zu holen. Der schwer verletzte 24-jährige Mann aus Westoverledingen wurde aufgrund eines Hirntraumas in der Grazer Klinik in ein künstliches Koma versetzt. Seine Angehörigen seien bei ihm. „Der Zustand ist unverändert“, so Bohlen. Für die Angehörigen sei auch eine Betreuung in Graz gefunden worden.

Keine zentrale Trauerfeier

Eine zentrale Trauerfeier wird es für die drei Verstorbenen voraussichtlich nicht geben. „Die drei kommen aus unterschiedlichen Gemeinden und die Trauerfeiern werden wohl jeweils dort stattfinden“, erklärt Bohlen. Bei den Toten handelt es sich um den 22-jährigen Fahrer aus Westoverledingen, eine 45-Jährige aus Barßel und eine 61-Jährige aus Ostrhauderfehn. Das Unglück hatte sich in der Nacht zum Freitag vor dem Gratkorntunnel in Österreich ereignet. Der Kleinbus mit den vier Betreuern war auf dem Rückweg von einer kirchlichen Jugendfreizeit in Kroatien ungebremst auf einen Lkw aufgefahren, der vor einer roten Ampel stand. Für drei Insassen kam jede Hilfe zu spät. Die Nachricht traf am Freitagabend nach der Ankunft des Busses mit den Teilnehmern der Jugendfreizeit in Rhauderfehn ein.

Gemeinsame Andachten

Gemeinsame Andachten gab es bereits am Freitag spontan sowie am Samstag. Am Samstag kamen 300 Trauernde in die Hoffnungskirche in Westrhauderfehn. Weitere Veranstaltungen dieser Art seien nicht geplant, so Bohlen.

Die Hoffnungskirche stehe den Trauernden aber immer offen. „Dort können Kerzen angezündet, Blumen abgestellt oder schriftliche Worte hinterlegt werden“, so Bohlen. Die große Anteilnahme helfe auch ihm persönlich bei der Verarbeitung. „Viele Menschen vor Ort sprechen uns ihr Beileid aus.“ Menschen aus Politik und Kirche drückten in Gesprächen ihr Mitgefühl aus. Besonders dankte Bohlen dem Regionalbischof Detlef Klahr aus Emden für seine Unterstützung. Weiter seien sämtliche Mitarbeiter des Kirchenkreises am Montag zur Arbeit erschienen, auch jene, die Urlaub haben, um Bohlen zu unterstützen. „Das ist alles sehr bewegend.“ Ziel der Arbeit sei es, den Trauernden und Angehörigen gerecht zu werden.

Etliche Medienanfragen

Derweil erreichen Bohlen etliche Medienanfragen. Das Unglück hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. „Ich versuche das, so gut es geht, zu beantworten“, erklärt der Leiter des Kirchenkreises. Dankbar sei er, dass die Medien in dem Fall bislang sehr behutsam vorgehen. „Da ist keine Effekthascherei dabei“, so Bohlen. Auf der Facebookseite des Kreisjugenddienstes sprachen mehrere Hundert Nutzer mit dem Nutzen des Gefällt-Mir-Buttons auf den Beitrag zur Trauer der Gemeinde ihre Anteilnahme aus.