Dreijährigem geht es besser Kleinkind aus Rhauderfehn übersteht Stammzellspende gut

Von Dirk Hellmers

Pascal will zurück in ein normales Leben. Foto: Familie PünterPascal will zurück in ein normales Leben. Foto: Familie Pünter

Rhauderfehn. Der an Leukämie erkrankte Pascal aus Rhauderfehn hat die Knochenmarkübertragung nach einer Stammzellenspende gut überstanden. „Seine Blutwerte sind gut“, berichtet die Mutter des Dreijährigen, Julia Pünter. Sie ist mit ihrem Sohn seit einem Monat in der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover. Für Pascal war im Frühjahr unter anderem von Rheder Vereinen eine Typisierungsaktion durchgeführt worden.

„Pascals Körper hat die Spende angenommen“, erklärt Julia Pünter. Lediglich die Haut des Jungen habe noch ein wenig rötliche Färbung. Daher soll er noch unter Aufsicht der Ärzte bleiben. „Etwa drei Wochen noch“, sagt Pünter. Dann soll es zurück nach Rhauderfehn und hoffentlich in ein normales Leben gehen. „Das Schlimmste ist überstanden“, ist Pünter nun optimistisch.

Vor fast genau einem Jahr gab es die Hiobsbotschaft. Der Junge war beim Spielen gestürzt, und anschließend hörte die Wunde nicht auf zu bluten. Wenige Tage später folgte die Diagnose: Aplastische Anämie. Die Knochenmarkserkrankung könne jederzeit in eine akute Leukämie umschlagen, hieß es. Seit der Diagnose musste Pascal mehrmals pro Woche nach Oldenburg ins Krankenhaus – oft für Bluttransfusionen. Einmal wöchentlich kam eine Ärztin aus Oldenburg nach Rhauderfehn, um eine Blutprobe zu nehmen – das ersparte der Familie zumindest eine Fahrt.

Pascals Erkrankung sorgte für eine Welle der Hilfsbereitschaft. In Rhede organisierten die örtlichen Fanclubs der Fußballbundesligisten Werder Bremen und Bayern München sowie die Kolpingsfamilie beim Frühjahrsfest des Ems-Dollart-Zentrums eine Typisierungsaktion mit dem Verein Leukin. In Ostfriesland gab es weitere Veranstaltungen für die Suche nach einem genetischen Zwilling.

Spender aus den USA

Pascals Knochenmarkspender kommt aus den USA. Das ist alles, was Pünter über den Lebensretter ihres Sohnes weiß. Mehr wird sie frühestens in zwei Jahren erfahren. Erst dann darf der Kontakt aufgenommen werden. „Das wollen wir auf jeden Fall.“

Dass der Knochenmarkspender aus den Vereinigten Staaten und damit wohl nicht aus einer von Leukin organisierten Aktion stammt, stört Vereinschefin Anna Fennen nicht, im Gegenteil. „Es ist ganz egal, wo der Spender herkommt“, sagt die Burlagerin. Wichtig sei, dass jemand gefunden worden sei und es Pascal gut gehe.

Verein übernimmt Kosten

Die Aktionen im Frühjahr hätten sich auf jeden Fall auch so gelohnt. „In Rhauderfehn sind drei mögliche Spender schon in der engeren Auswahl“, weiß Fennen. Dort gab es am Gymnasium eine Typisierung. Die möglichen Spender könnten anderen Leukämiekranken helfen.

Wichtig sei, dass die Datenbank der Deutschen Knochenmark Spenderdatei (DKMS) immer weiter aufgefüllt wird. Termine für weitere Typisierungen sowie die Möglichkeit, Stäbchen für die Blutuntersuchung für zu Hause anzufordern, bietet die Internetseite www.leukin.net. „Die Kosten dafür übernimmt der Verein“, sagt Fennen. 50 Euro kostet jede Untersuchung. Daher werden auch immer Geldspenden benötigt.