Emder Werft im Rennen um Renovierungsauftrag Das Traumschiff „Deutschland“ könnte in Emden anlegen

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Mit gelbem Schornstein derzeit für den Bremer Veranstalter Plantours im Einsatz. Für einen neuen Anstrich könnte die „Deutschland“ nach Emden kommen. Foto: Frank BehlingMit gelbem Schornstein derzeit für den Bremer Veranstalter Plantours im Einsatz. Für einen neuen Anstrich könnte die „Deutschland“ nach Emden kommen. Foto: Frank Behling

Emden. Das Kreuzfahrtschiff „Deutschland“, bekannt aus der TV-Reihe „Traumschiff“ könnte in Emden bei der Emder Werft und Dock GmbH (EWD) für einen neuen Anstrich festmachen.

Die Emder Werft, die aus den Nordseewerken hervorgegangen ist, hat sich um den Auftrag für das 17 Jahre alte Kreuzfahrtschiff beworben. Geplant ist ein vierwöchiger Werftaufenthalt, bei dem das Schiff unter anderem einen blau-weißen Anstrich bekommen soll. Geplant sind außerdem Arbeiten im Innenraum und auf den Außendecks. Neben der EWD sind auch die Hamburger Werft Blohm & Voss und die Lloyd Werft in Bremerhaven im Rennen um den Auftrag für das berühmte Passagierschiff.

EWD-Geschäftsführer Christan Eckel sagte auf Anfrage unserer Redaktion, das Verfahren zur Auftragsvergabe laufe derzeit. „Wir würden das sehr gerne machen und haben sehr großes Interesse an dem Auftrag“, so Eckel.

Die „Deutschland“ lag nach der Insolvenz der Reederei Peter Deilmann wochenlang vor Gibraltar fest, bis sie im Frühjahr an den US-Konzern Absolute Nevada LLC verkauft wurde. Als „World Odysee“ soll der Kreuzfahrer im Winter an die Universitätsorganisation „Semester at Sea“ verchartert werden und als schwimmende Universität dienen.

Im Juni stach die „Deutschland“ überraschend für den Bremer Veranstalter Plantours für Nordland-Kreuzfahrten in See. Plantours hat die „Deutschland“ noch bis Mitte August als Ersatz für ihr Flaggschiff „Hamburg“ gechartert, das derzeit für Reparaturarbeiten in der Lloyd Werft in Bremerhaven liegt.

Am 10. August soll die „Hamburg“ wieder für Plantours unterwegs sein. Reederei-Geschäftsführer Oliver Steuber ist trotzdem angetan vom ehemaligen Traumschiff. „Da ist schon sehr viel Seele an Bord. Wir hatten sehr erfolgreiche Reisen mit der ,Deutschland´“, so Steuber auf Nachfrage unserer Redaktion. Man werde alle Zahlen und Berichte der Passagiere auswerten und prüfen, die „Deutschland“ auch im kommenden Sommer zu chartern, so Steuber. „Wir fänden es schön, wenn die ,Deutschland´ auch wieder für Plantours fahren würden“, sagte Robert Frederick Lambert, Berater des neuen Eigentümers kürzlich in einem Medienbericht.

Steuber zufolge, soll es Ende August eine Entscheidung darüber geben, ob die „Deutschland“ ein weiteres Mal für Plantours auf große Fahrt geht.

In jedem Fall ist ein weiterer Werftaufenthalt geplant. Der neue Eigentümer möchte 52 Balkone auf Deck 8 des 175 Meter langen Kreuzfahrtschiffes nachrüsten. Zudem müssen Umbauten im Sinne der US-Sicherheitsvorschriften vorgenommen werden. Gut möglich, dass auch da die EWD in Emden wieder mit im Rennen für einen Auftrag ist. Die früheren Nordseewerke hatten immer mal wieder Aufträge für Passagierschiffe. Anfang der 1970er Jahre bauten sie das Kreuzfahrtschiff „Sea Venture“ und führten Reparaturen nach einer Grundberührung an dem norwegischen Fährschiff „Kronprins Harald“ durch.


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