Ursprung in Ostfriesland Spur des Namens Amelsberg führt nach Ostrhauderfehn

Von Winfried Breidbach

Nach Ostrhauderfehn führt die Spur zur Herkunft des Namens Amelsberg. Symbolfoto: privatNach Ostrhauderfehn führt die Spur zur Herkunft des Namens Amelsberg. Symbolfoto: privat

Papenburg. Unser Leser Michael Amelsberg aus Lingen hat festgestellt, dass es in Püttlingen bei Saarbrücken eine Straße namens „Am Amelsberg“ gibt und vermutet einen Zusammenhang.

Die etwa 330 Namensträger leben weit überwiegend in Nordwestdeutschland. Im Gebiet des Landkreises Leer liegt das stärkste Nest des Namens Amelsberg, hier ist fast jeder zweite Namensträger ansässig. Die sehr seltene Namenvariante Amelsbarg findet sich gestreut in Ostfriesland.

Die Familiennamen Amelsberg und Amelsbarg sind eindeutig als Herkunftsnamen zu bestimmen. Die jeweils ersten Träger dieser Namen wurden benannt aufgrund ihrer Herkunft aus dem Ort Amelsbarg (Ortsteil von Potshausen in der Gemeinde Ostrhauderfehn, Landkreis Leer). Der Name des Ortes ist sehr spät bezeugt, er wurde erst 1734 als „Amelsberg“ verzeichnet. Ab 1825 galt dann die heutige Namensform Amelsbarg.

Die Umwandlung von -berg zu -barg ist begründet in dem sehr häufigen Wandel von -er- zu -ar-, der sich beispielsweise auch in den Wörtern und Namen Karke „Kirche“, Warner „Werner“, Harmann „Hermann“ zeigt.

Der Familienname Amelsberg hat die ältere Form des Ortsnamens bewahrt, während bei den wenigen Familien namens Amelsbarg der Lautwandel -er- zu -ar- durchgeführt wurde.

Die Namengeografie von Amelsberg spricht klar für die angeführte Zuordnung zum Ort Amelsbarg im Kreis Leer. Der Lokalname Amelsberg ist auch andernorts nachzuweisen, zunächst durch den Straßennamen im Saarland, ferner durch zwei Berge dieses Namens: erstens bei Oberndorf im Kreis Ansbach (Mittelfranken) und zweitens im Estergebirge in den bayrischen Alpen. Von diesen Örtlichkeiten ging aber kein Familienname aus, denn der Nachname Amelsberg existiert in diesen drei Regionen nicht.

Als Familienname ist „Amelsberg“ somit erklärt. Die Deutung des Ortsnamens stößt aber auf erhebliche Schwierigkeiten. Aufgrund der späten Bezeugung im Jahre 1734 bleibt unklar, welche Form/Formen der Ortsname in früheren Jahrhunderten hatte.

In einem vor wenigen Jahren erschienenen Werk zu den ostfriesischen Ortsnamen wird „Amelsberg“ mit dem niederdeutsch-friesischen Wort âmel, êmel „Name verschiedener Larven“ in Verbindung gebracht (zu mittelniederdeutsch amelte, êmelte, êmel „Engerling, Larve“). Diese Deutung ist aus meiner Sicht als sehr unwahrscheinlich abzulehnen. Plausibler ist ein Zusammenhang mit dem altdeutschen Rufnamen Amal, Amel, wobei „Amelsberg“ wohl den auf einer Anhöhe befindlichen Wohnsitz einer Person namens Amal oder Amel benannte. Ältester Beleg: 1728 „Hinderk Berents Amelsberg“ in Leer.


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