Für Betonplatten in Birkenstraße Bürger in Westoverledingen gegen Straßenneubau

Von

„Stoppt den Ausbau der Birkenstraße“: Gerd Beba Bunje (links) und Harald Schröter wehren sich gegen einen möglichen Straßenneubau.  Foto: Dirk Hellmers„Stoppt den Ausbau der Birkenstraße“: Gerd Beba Bunje (links) und Harald Schröter wehren sich gegen einen möglichen Straßenneubau. Foto: Dirk Hellmers

Flachsmeer. Konkrete Pläne für den Neubau der Birkenstraße in Flachsmeer und Großwolderfeld gibt es laut Eberhard Lüpkes, Bürgermeister der Gemeinde Westoverledingen, noch nicht. Dennoch protestieren bereits die Anwohner und haben Bürgerinitiativen für den „Lebensraum Birkenstraße“ gegründet.

Die Anlieger der rund 3,5 Kilometer langen Strecke sehen das Wohl ihres Lebensraums bedroht. Der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) des nördlichen Teils, Harald Schröter, befürchtet, dass ein Neubau statt einer Sanierung der rund 60 Jahre alten Straße den Baumbestand gefährdet. An beiden Seiten der Fahrbahn aus Betonplatten stehen laut Schröter rund 300 Birken: „Das sind Flachwurzler, und die müssten dann raus.“ Die Bäume entwässern zudem die Straße. Die BI sieht ihren Kampf gegen einen Straßenneubau deshalb auch als Naturschutz. Sie wirbt mit Vorträgen, Baumpatenschaften, Plakaten und Flyern für ihre Sache.

Schröter spricht auch von einer Verbreiterung der Fahrbahn von 3,5 auf 5,5 Meter. Dadurch befürchtet er, dass die Birkenstraße als Ortsumgehung für den Verkehr von Rhauderfehn nach Papenburg genutzt werden könnte.

Bürgermeister Lüpkes zeigt sich verwundert über die Vorwürfe. Konkrete Pläne über den Straßenneubau inklusive der Entscheidung, ob die Straße nun bei 3,5 Metern bleibt oder verbreitert wird, gebe es nicht. „Es kann natürlich sein, dass die Fahrbahn dann 5,5 Meter breit wird“, so das Gemeindeoberhaupt. Die Planungen würden aber erst zum Jahresende beginnen – und zwar ergebnisoffen. Somit könne er zum jetzigen Zeitpunkt wenig zu Details sagen. Allerdings wolle er die Pläne vor einem Ratsbeschluss mit der Initiative und den Anwohnern durchsprechen.

Basis des Protests ist seiner Vermutung nach ein im Jahr 2012 erstelltes Straßenbaukonzept. Auf Wunsch der Bürger waren damals alle Gemeindestraßen bewertet worden, um den Straßenbau längerfristig zu planen – auch hinsichtlich eventueller Anliegergebühren. Darin ist auch die Birkenstraße aufgeführt.

Neubau oder Sanierung?

Aus Lüpkes’ Sicht ist ein Neubau statt einer Sanierung der Straße durchaus legitim. „Irgendwann lässt sich das nicht mehr reparieren.“ Den Vorwurf der Bürgerinitiative, dass die Gemeinde die Straße habe verkommen lassen, weist der Bürgermeister indes zurück. Die Fahrbahn sei wie alle anderen Straßen der Gemeinde auch regelmäßig repariert worden.

Der Kopf der Bürgerinitiative, Schröter, befürchtet, dass eine Asphaltstraße in dem moorigen Gebiet schnell brechen könnte. „Nicht ohne Grund hat man damals die Betonplatten genommen.“ Die hätten immerhin 60 Jahre gehalten. Außerdem seien sie günstiger.

Um die Anliegergebühren geht es ebenfalls: „Wer will denn etwas bezahlen, das keiner will?“, fragt Schröter. Die Anwohner, die laut dem Sprecher nahezu geschlossen hinter der Bürgerinitiative stehen, wünschten sich eine Sanierung. Dass die möglich sei, sei der Initiative von einem Experten bestätigt worden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN