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100 Beschäftigte legen Arbeit nieder Warnstreik bei Coats Opti in Rhauderfehn

Von PM. | 08.02.2017, 21:12 Uhr

Mehr als 100 Mitarbeiter beim Reißverschlusshersteller Coats Opti in Rhauderfehn haben mit einem Warnstreik ihren Forderungen nach mehr Lohn Nachdruck verliehen.

Nach Angaben der IG Metall Leer-Papenburg legten Beschäftigte der Früh- und Spätschicht ihre Arbeit für eine Stunde nieder und versammelten sich zur Kundgebung vor dem Werkstor. Wie es in einer Mitteilung der Gewerkschaft weiter heißt, war die zweite Verhandlung in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Mitte Januar ohne Ergebnis geblieben. Die IG Metall fordert für die rund 100.000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie 4,5 Prozent mehr Lohn sowie einen neuen Tarifvertrag zur Altersteilzeit mit besseren Bedingungen.

„Die Kolleginnen und Kollegen bei Coats Opti haben über Jahrzehnte ihre Arbeit zuverlässig und flexibel erbracht“, erklärt Manfred Bußmann, Mitglied der Tarifkommission und Betriebsratsvorsitzender bei Coats Opti. „Angesichts der besonderen Belastungen, wie Schichtarbeit rund um die Uhr, wird es jetzt höchste Zeit für einen Anschlusstarifvertrag mit einer auskömmlichen Altersteilzeit.“

Der Textil-Verhandlungsführer der IG Metall, Manfred Menningen, wirft den Arbeitgebern eine Blockadehaltung vor. Bei der letzten Verhandlungsrunde hätten diese zu einer tariflichen Altersteilzeitaufstockung kein Angebot unterbreitet. Auch das bisherige Lohnangebot von 1,4 beziehungsweise 1,5 Prozent in zwei Jahren sei angesichts der stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in der Textil- und Bekleidungsindustrie in keiner Weise akzeptabel.

Thomas Gelder, Erster Bevollmächtigter IG Metall Leer-Papenburg, sieht in den seit Anfang Februar bundesweit stattfindenden Warnstreiks der Textilbeschäftigten eine klare Aufforderung an die Arbeitgeber, ihr Angebot deutlich nach zu bessern. „Gute Mitarbeiter bleiben nur, wenn der Arbeitgeber ordentlich zahlt. Minierhöhungen, überlange Laufzeiten und dann noch ohne Altersteilzeit. Das ist das falsche Signal.“

Stefan Soost, IG Metall Bezirksleitung Hamburg, beschreibt die Vorgehens-weisen am Verhandlungstisch. Wenn die Arbeitgeberseite nicht kompromiss-bereit wäre, gäbe es das Recht der Beschäftigten auf Warnstreiks. Altersteilzeit und spürbare Lohnerhöhungen müssten auch in der Textilindustrie vereinbart werden. „Wenn die Arbeitgeber die Zeichen der Zeit nicht erkennen, werden ihnen die Beschäftigten in den Betrieben die richtige Antwort geben.“

Die nächste Tarifverhandlung in der Textil- und Bekleidungsindustrie findet am 15. Februar in Saarlouis statt. Auch gewerkschaftliche Vertrauensleute von Coats Opti wollen vor Ort ihren Forderungen Nachdruck verleihen.