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Westerkappeln Von „dröhnenden Bässen“ und einem „Nagel im Kopf“

31.12.2002, 23:00 Uhr

Mit dem Westwind wehen an Wochenenden Basstöne aus der Nachbarschaft ins Schlafzimmer von Horst und Marita Bierbaum. Die Musik aus dem Partyraum eines ehemaligen Westerkappelner Bauernhauses an der Mettinger Straße störe nicht so sehr, „aber die Bässe dröhnen – und dann ist die Nacht für uns gelaufen“, beschwert sich das Ehepaar vom Sünnenkamp.

Wo Helmut Lamping einst seine Kühe und Schweine fütterte, stehen jetzt Theken. Seit zwei Jahren vermietet er den früheren Stall mit der großen Diele für Partys.

Rund 200 Meter entfernt wohnen die Bierbaums – und fühlen sich als Opfer. Horst Bierbaum spricht von „hämmernden Bässen“, die wirken, „als hätte ich einen Nagel im Kopf“. Seine Frau Marita ergänzt: „Wenn die Dielentür zum Partyraum offensteht, damit der Zigarettenqualm abziehen kann, wird‘s bei uns richtig laut.“ Manches Wochenende feierten rund 100 Gäste bis in den Morgen. Auch der Lärm der Autos stört die Nachbarn. Aus Verzweiflung habe sie bereits im Keller geschlafen, erzählt Marita Bierbaum.

Bis Mitternacht hätten sie nichts gegen die Feiern, aber die Störung ihrer Nachtruhe empfinden sie als Quälerei. Wenn Horst Bierbaum am Wochenende früh zur Arbeit muss, „klingelt auch dann um halb fünf der Wecker“, wie er sagt.

Um die Zeit dröhnten oft immer noch die Bässe. Sie hätten schon die Polizei gerufen. „Aber wenn die da war, geht der Krach zehn Minuten später wieder los“, so seine Frau.

Auch bei der Gemeinde Westerkappeln haben sich die Eheleute beschwert, aber auf ihren Brief vom 4. November noch keine Antwort erhalten. Auf Anfrage der Neuen OZ/Westfälische Tagespost will sich das Ordnungsamt erst im neuen Jahr dazu äußern. Helmut Lamping fühlt sich für den Lärm nicht verantwortlich: „Das ist Sache der Mieter – ich kann den Lärm nicht regulieren.“ Er zeigt auf ein Schild in der Diele – mit dem Appell, nachts nicht die Bässe aufzudrehen. „Mehr kann ich nicht tun.“ Und er selbst fühle sich von der Musik nicht gestört, obwohl er auf dem Hof wohnt. „Ich schlafe dabei.“