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Westerkappeln: Marianne Lohmann betreut Ausstellungen Herbergsmutter der Kunstszene

Von Babette Rüscher | 23.07.2014, 18:38 Uhr

Das Eigentümliche in einem Künstler entdecken und in Sprache fassen, das fasziniert Marianne Lohmann. Ausleben kann sie diese Leidenschaft als ehrenamtliche Kuratorin auf Hof Westerbeck in In dieser Aufgabe gestaltet und betreut sie Ausstellungen – gemeinsam mit Raimund Beckmann, dem Inhaber des dortigen Galerie-Cafés.

„Ich sehe mich als Vermittlerin zwischen dem Werk und seinem Betrachter“, meint die Wahl-Osnabrückerin. Oft gibt es noch keinen Text über die Künstler, die in Westerbeck ausstellen. Dann macht sich die Kuratorin an die Arbeit, für den Menschen und sein Schaffen Worte zu finden.

Das Galerie-Café eröffnet jeweils im Mai eine Ausstellungsreihe. Die Vorbereitungen beginnen jedoch viel früher. Bereits am Anfang des Jahres wählt die 60-Jährige gemeinsam mit Beckmann die Künstler für Ausstellungen und Konzerte aus. „Wir diskutieren, wer infrage kommt. Klopfen ab, was möglich ist. Was interessant ist.“

Sie sehen sich als Team. Wobei sie manchmal unterschiedliche Standpunkte vertreten. Der von Marianne Lohmann besagt klar: „Kunst muss nicht schön sein.“ Sie wuchs in Paris auf und hatte, wie sie sagt, das Glück, schon als Sechsjährige durch den Louvre laufen zu können. „Für mich war das Museum ein Spielplatz. So ist es in meinem Bewusstsein geblieben.“

Daher meint Raimund Beckmann auch schmunzelnd: „Marianne vertritt die Kunst. Ich gucke, was ist zu verkaufen. Aber wir einigen uns.“ Mit ihrer Ausbildung als Klavierlehrerin, Liedermacherin und dem Studium der Kunstpädagogik bringt Marianne Lohmann die unterschiedlichsten Fähigkeiten in die Ausstellungsarbeit mit ein. Vor allem hat sie ein sicheres Gefühl für Farben und Struktur und lässt damit die Präsentation selbst zu einem Kunstwerk werden, wie ihr Teamkollege und Architekt lobt.

Durch eine Freundin und Künstlerin kam die Osnabrückerin nach Westerbeck. Im Frühling 2011 entstand die erste gemeinsame Ausstellung. Auch Marianne Lohmann und Raimund Beckmann stellten darin eigene Arbeiten – Collagen – aus. An dieses Projekt, den Beginn ihrer gemeinsamen Arbeit, erinnern sie sich gern.

Und dann ist da noch der bodenständige Wesenszug, den die Klavierlehrerin die „Herbergsmutter“ in sich nennt. Auch er macht einen Teil ihres Ehrenamtes aus. Es ist ein Bedürfnis, dass sich alle Menschen im Café wohlfühlen. Dazu kann gehören, dass sie einen Stuhl wegstellt, bevor jemand darüberfällt, oder Licht abdreht, weil es blendet. Für einen Geburtstagsgast setzt sie sich auch ans Klavier, spielt seinen Wunschtitel und freut sich, wenn er strahlend nach Hause geht.