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Urig, deftig, ehrlich und gut Stutensoppenessen erstmals im „Kuckucks-Nest“

Von Dietlind Ellerich, Dietlind Ellerich | 29.12.2016, 17:04 Uhr

„Ja, klar, wo sonst“, antwortete Heinz Schröer auf die Frage, ob die 40. Auflage des Stutensoppenessens des Kultur- und Heimatvereins am 28. Dezember 2017 wieder im „Kuckucks-Nest“ über die Bühne gehen werde.

Was Koch Heiner Diekamp zu dem Zeitpunkt wohl noch nicht wusste, hatte Schröer bereits mit dessen Tochter Monique hinter den Kulissen klar gemacht.

„Hat sehr gut geschmeckt, das war das erste Mal in meinem Leben“, sagte ein Mann beim Abschied zum Koch. Schöner als mit diesen Worten hätte sich der Gast bei dem Mittsechziger, der mit seinem Team 120 Portionen des Westerkappelner Traditionsessens zubereitet hatte, kaum verabschieden können – und er war in bester Gesellschaft.

Auch andere „Ersttäter“ wie Landrat Klaus Effing und dessen Ehefrau Susanne sowie Wieland Wienkämper, frisch gebackenes Vorstandsmitglied im Kultur- und Heimatverein, waren des Lobes voll über die deftige Speise aus Bauernstutenwürfeln, gedünsteten Zwiebeln , frischer und geräucherter Mettwurst, dicker Rippe und Schinkenkrustenbraten, wahlweise mit Senf und für ganz hart Gesottene mit Zimt.

Und Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und ihr Lotter Amtskollege Rainer Lammers hatten wie die vielen anderen „alten Hasen“ eh die Welt im Gläschen.

Light-Version

Eine Light-Version des traditionell in fetter Brühe gekochten Essens habe er der Vereinsabordnung aufgetischt, die Anfang November zum Probeessen auf dem Hof Diekamp zu Gast war, erinnert sich der Koch an das Experiment, das ihm am Herzen lag und bei den Frauen und Männern offensichtlich bestens ankam.

„Das kommt dem Original ziemlich nahe, aber es ist weniger Fett drin“, macht Diekamp deutlich. Den „Nest-Dreher“, einen eigens für die Gaststätte gebrannten Verdauungsschnaps, auf Kosten des Hauses gab´s trotzdem.

Feuertaufe bestanden

Premiere geglückt also und Feuertaufe bestanden, war sich die gut gelaunte und gesättigte Runde am Ende des gemütlichen Abends im urigen Ambiente des Hofes einig, vergaß aber auch das tragische Geschick nicht, das den Wechsel des Veranstaltungsortes notwendig gemacht hatte.

Die Location war nicht das Einzige, das am Mittwoch anders war. Franz-Josef Schlie, Vorstandsmitglied im Kultur- und Heimatverein, erinnerte an den im September verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Dieter Wulfes , ohne den das Stutensoppenessen „nicht so einen festen Platz in der Vereinsgeschichte bekommen hätte“.

Auch auf das bewährte Trio mit Ludger Schmiemann, Gerd Stüvel und Winfried Eggert, das jahrelang für die musikalische Unterhaltung verantwortlich gezeichnet hatte, mussten die Gäste verzichten.

Bramscher Band

Stattdessen sorgte eine Abordnung der Bramscher Band „De Driewers“ für Stimmung. Die Musiker begleiteten – leider nicht ganz textsicher – die traditionell beim Stutensoppenessen gemeinsam gesungenen Lieder, präsentierten Ausschnitte aus ihrem eigenen Repertoire und schlugen unermüdlich die Werbetrommel für ihre CDs.

Stutensoppen sei „urig, deftig, ehrlich und gut“ brachte Schlie die Eigenschaften des Westerkappelner Nationalgerichts, von dem andere nur träumen könnten, auf den Punkt. Jeder der 120 Gäste im „Kuckucks-Nest“ hätte das am Mittwochabend ohne zu zögern unterschrieben. Die meisten werden wohl Ende Dezember 2017 wieder dabei sein.