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Überwältigendes Teilnehmerfeld Erste Radtourenfahrt des THC Westerkappeln ein voller Erfolg

Von Christoph Pieper, Christoph Pieper | 06.06.2016, 18:48 Uhr

Es war zwar nicht der Münsterland-Giro, aber was sich am Samstagmorgen am Schulzentrum in Westerkappen abspielte, sah schon nach großem Radsport aus. Erstmals hat die Radsportabteilung des Turn-und Handballclubs Westerkappeln (THC) eine eigene Radtourenfahrt (RTF) ausgerichtet und ist dabei auf eine überwältigende Resonanz gestoßen.

Bereits um 9 Uhr morgens hatten sich weit über 300 Radfahrer auf der Schulhof der Gesamtschule eingefunden und waren bereit, getreu dem Tagesmotto „Kreuz und quer durchs Tecklenburger Land“ zu starten. „Für das erste Mal ist das eine ganz starke Teilnehmerzahl“, freute sich Friedel Meyer, der die RTF zusammen mit Abteilungsleiter Hans-Peter Schüro und zahlreichen Helfern aus den eigenen Reihen seit November 2015 geplant hat.

Vereinzelte Nachzügler

Die Beweggründe, sich in diese Arbeit zu stürzen waren dabei auch von Beginn an klar. „Wir haben mit unseren Radsportlern schon an vielen RTFs teilgenommen und waren einfach der Meinung auch selbst mal eine anzubieten“, erläutert Meyer, der selbst an der Strecke stand und vereinzelten Nachzüglern den richtigen Weg wies.

Gestartet werden konnte zwischen 9 und 11 Uhr, denn eine RTF ist kein Radrennen, sondern eine Rundfahrt für Jedermann. Angeboten wurden vom THC daher auch vier verschiedene Strecken mit unterschiedlichen Längen und unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Die kürzeste Strecke führte über 49 Kilometer Richtung Marinahafen in Steinbeck und vorbei am Heiligen Meer. „Das ist eine schöne, flache Strecke durchs Tecklenburger Land, die vor allem auch für Familien und Hobbyfahrer gedacht war“, sagte Meyer.

Viele City Fahrräder

Tatsächlich fanden sich auf der Strecke viele Teilnehmer mit konventionellen City-Fahrrädern ein, die das herrliche Sommerwetter auf diese Art und Weise genießen wollten. Etwas sportlicher kamen dagegen die drei weiteren Strecken daher. Über 79, 111 oder 150 Kilometer war schon ein gewisses Durchhaltevermögen gefordert, denn im Teutoburger Wald und am Dickenberg warteten einige knackige Anstiege. Je nach Strecke konnten die Teilnehmer unterschiedlich viele Punkte sammeln, die schließlich in eine Rangliste des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) einfließen.

„Wer über das Jahr an mehreren RTFs teilnimmt, hat so immer seine Leistung im Auge und auch einen Vergleich zu anderen Hobbyfahrern“, betonte Meyer. Dabei müsse gar nicht unbedingt die ganze Runde gefahren werden. Eine RTF ziehe auch immer wieder einige „Sternfahrer“ an. Am Samstag fand sich beispielsweise eine in hellblau gekleidete Gruppe aus Lohne am Schulzentrum ein. Kurz gestempelt und einen Kaffee getrunken und dann ging es wieder zurück ins Oldenburger Münsterland. Das macht zusammen schließlich auch schon 120 Kilometer.

Einzelteile auf dem Gepäckträger

Die weiteste Anreise hatte wohl ein Radsportfreund aus den Niederlanden. Der kam auf dem Motorrad nach Westerkappeln; das Fahrrad hatte er in Einzelteilen auf seinem Gepäckträger. Die Radsportler vom THC fuhren dagegen nicht mit, sondern kümmerten sich um den reibungslosen Ablauf und die Verpflegung der Fahrer sowohl am Start/Ziel als auch auf vier Versorgungsstationen auf der Strecke. „Das verlangt einfach auch die Vereinsehre“, sagte Sabine Heiber, die sich am Schulzentrum um das leibliche Wohl der Teilnehmer kümmerte.

Dabei hatte sich der THC auch dort etwas besonderes überlegt. „Wir wollten eine Nachhaltige RTF organisieren“, beschrieb Heiber die Planungen. Brot wurde beispielsweise beim örtlichen Bäcker gekauft, auf Pappteller und Plastikbesteck am Grill wurde gänzlich verzichtet. Geplant haben die Helferinnen und Helfer mit 400 Teilnehmern, was ziemlich genau passte. So sollten 1200 Scheiben Rosinenbrot, 200 Kilo Bananen und 500 Liter Wasser an die Radsportler verteilt werden. Dazu gab es zum Abschluss noch Kaffee und Kuchen. Was am Ende des Tages übrig blieb, spendete der THC an die Osnabrücker Tafel. Es war zwar die erste RTF des THC, aber nach diesem Erfolg wird es wohl nicht die letzte gewesen sein.